Umfrage: Brexit für 52 Prozent der Deutschen wichtigstes Thema

Foto: Fahnen von EU und Großbritannien (über dts Nachrichtenagentur)
Foto: Fahnen von EU und Großbritannien (über dts Nachrichtenagentur)

 
 
 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Über die Hälfte der Bundesbürger (52 Prozent) hält das Gezerre um den Brexit für das derzeit wichtigste politische Thema. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Mediengruppe RTL. Überdurchschnittlich groß ist das Interesse laut „RTL/n-tv-Trendbarometer“ demnach bei den über 60-Jährigen, den Beamten und Selbständigen sowie den Anhängern von FDP und Grünen. Die Bedeutung der Europawahl wird weitaus geringer eingeschätzt.

Ganz deutlich wird das in den zehn Bundesländern, in denen die Europawahl am selben Tag stattfindet wie die Wahlen zu Kreistagen und Gemeindevertretungen. Im Durchschnitt halten 35 Prozent der Befragten in diesen zehn Ländern die Kommunalwahl für wichtiger als die Wahl zum Europaparlament, 16 Prozent halten die Europawahl für wichtiger. 46 Prozent erklären, dass ihnen beide Wahlen gleich wichtig seien.

Vor allem in den neuen Bundesländern ist das Interesse an den Kommunalwahlen deutlich höher als an der Europawahl. 48 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern, 46 Prozent in Sachsen und jeweils 43 Prozent in Thüringen und Brandenburg sind die Kommunalwahlen wichtiger. In den alten Bundesländern ist für rund ein Drittel (in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Bremen) bzw. ein Viertel (in Baden-Württemberg und Hamburg) die Kommunalwahl wichtiger als die Europawahl.

In Bremen sind die Bürger am Tag der Europawahl zur Bürgerschaftswahl aufgerufen, in Hamburg zu Bezirksversammlungswahlen. „Die Wahl zum Europaparlament wird durch die Kopplung mit lokalen Wahlen entwertet. Schon angesichts der Fülle der Kandidaten für die Gemeindeparlamente (allein in Sachsen sind über 8.000 Mandate zu vergeben) steht die Europawahl im Schatten der Wahlen vor Ort“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Mediengruppe RTL. Die Kopplung von Wahlen auf so unterschiedlichen politischen Ebenen sei insofern ein schwerer Fehler und verhindere, dass sich trotz des generell großen Interesses an Europa ein entsprechendes politisches Bewusstsein herausbilde.

Für die Umfrage wurden in zehn Bundesländern, in denen Europawahl und lokale Wahlen zeitgleich stattfinden, 2.079 Personen befragt.