Völlig Richtig! Papst Franziskus erhält Karlspreis

ARCHIV - Papst Franziskus während der Heiligsprechung am Petersplatz in Rom am 27. April 2014. Dem Papst wird der Internationale Karlspreis 2016 verliehen. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung vergeben. Er wird traditionell an Christi Himmelfahrt übergeben. Foto: Michael Kappeler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Der Papst «vom anderen Ende der Welt» wird für seine Verdienste um Europa geehrt: Der angesehene Karlspreis geht an den Argentinier Franziskus – weil er den Europäern Orientierung gibt. Viele Gratulanten halten das für eine richtige Entscheidung.

ARCHIV - Papst Franziskus während der Heiligsprechung am Petersplatz in Rom am 27. April 2014. Dem Papst wird der Internationale Karlspreis 2016 verliehen. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung vergeben. Er wird traditionell an Christi Himmelfahrt übergeben. Foto: Michael Kappeler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV – Papst Franziskus während der Heiligsprechung am Petersplatz in Rom am 27. April 2014. Dem Papst wird der Internationale Karlspreis 2016 verliehen. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung vergeben. Er wird traditionell an Christi Himmelfahrt übergeben. Foto: Michael Kappeler/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Papst Franziskus erhält für seine ermutigenden Worte über Europa den Karlspreis 2016. Das katholische Kirchenoberhaupt sende in einer Zeit, in der die Europäische Union Krisen durchlebe, eine hoffnungsvolle Botschaft, erklärten das Karlspreisdirektorium und die Stadt Aachen am Mittwoch. Seit 1950 wird der Preis für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Die Preisverleihung soll – anders als üblich – 2016 allerdings nicht in Aachen stattfinden, sondern in Rom. Ein Termin steht noch nicht fest.

«In dieser Zeit, in der viele Bürgerinnen und Bürger in Europa Orientierung suchen, sendet Seine Heiligkeit Papst Franziskus eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung aus», stellte das Karlspreisdirektorium in seiner Begründung fest. Der Papst sei eine «Stimme des Gewissens», die mahne, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Und die daran erinnere, dass Europa verpflichtet sei, Frieden, Freiheit, Recht, Demokratie und Solidarität zu verwirklichen – aufbauend auf den Idealen seiner Gründerväter.

Franziskus – geboren im argentinischen Buenos Aires – hatte im November 2014 eine eindringliche Rede vor dem Europaparlament gehalten. Darin plädierte er für ein gemeinsames Europa, das sich nicht um die Wirtschaft drehe, und für Solidarität mit Armen und Alten. Der Papst habe kritisch konstatiert, dass es nicht nur die Debatte um die Flüchtlinge sei, die Europa «einen Eindruck der Müdigkeit, der Alterung und der mangelnden Fruchtbarkeit vermitteln» ließen, erklärte das Karlspreisdirektorium. Auf die daraus resultierenden Fragen gebe Franziskus selbst Antworten.

Zuletzt hatten die Verantwortlichen angekündigt, ihre Entscheidung erst im Januar zu verkünden. Dann kam nach Angaben eines Stadtsprechers allerdings schneller als erwartet ein Signal aus Rom, dass der Papst den Preis annehmen wolle. Franziskus folgt als Preisträger auf EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der 2015 ausgezeichnet wurde. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008).

Auch ein Papst wurde schon mal ausgezeichnet: Johannes Paul II. Er erhielt 2004 in Rom allerdings einen «außerordentlichen» Karlspreis. Der reguläre ging im selben Jahr an den damaligen irischen EU-Parlamentspräsidenten Pat Cox. Franziskus wird der 58. Träger des Preises. Dieser ist nach Karl dem Großen (747/748-814) benannt, der von Aachen aus sein europaweites Reich beherrschte.

Die Entscheidung für Franziskus wurde vielerorts positiv aufgenommen. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gratulierte seinem Nachfolger in der Reihe der Preisträger. «Papst Franziskus ist ein Mann, dessen Worte weltweit Gehör finden, und der Orientierung bietet in Zeiten der Orientierungslosigkeit», erklärte der SPD-Politiker.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, unterstrich, wie wichtig die Biografie des Papstes für dessen Appelle sei. «Ihre lateinamerikanische Erfahrung bringen Sie immer wieder in aktuelle europapolitische Debatten mit ein», schrieb Marx nach Angaben der Bischofskonferenz in einem Brief an Franziskus. Und er ergänzte: «Als Papst der Weltkirche sind Sie auch ein Europäer geworden.»