300 000 wollen beim Weltjugendtag auch Auschwitz besuchen

Spurensuche in Auschwitz: Hunderttausende Teilnehmer des Weltjugendtages wollen Ende Juli das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen. Ehemalige Häftlinge haben eine Bitte an die Jugendlichen.

auschwitzHunderttausende junger Christen wollen während des Weltjugendtages mit Papst Franziskus in der kommenden Woche das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen. Bisher meldeten sich nach Angaben der Gedenkstätte rund 300 000 Pilger an – für Museumsdirektor Piotr Cywinski auch eine logistische Herausforderung. «Um bis zu 30 000 Besucher an einem Tag zu bewältigen, mussten besondere Besuchertrassen geplant werden», sagte er. Papst Franziskus besucht die Gedenkstätte am 29. Juli und trifft auch mit einer Gruppe Überlebender zusammen.

In einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben baten Überlebende die jungen Christen, zu Botschaftern ihrer Erinnerungen zu werden. «Empört Euch über das Unrecht und die Gleichgültigkeit derer, die das Unrecht geschehen lassen», hieß es in dem am Dienstag vom Internationalen Auschwitz-Komitee verbreiteten Schreiben der ehemaligen Häftlinge. «Die Welt ist in Eure Hände gelegt, so wie unsere Erinnerungen.»

«Ihr werdet einen der traurigsten Orte der Welt sehen», hieß es in dem Brief. «Viele der Opfer waren damals so alt, wie ihr heute seid. Auch wir als Häftlinge waren junge Menschen in eurem Alter. Wir liebten das Leben und unsere Familien. Aus Auschwitz und den Feldern der Asche, die Ihr besuchen werdet, sind die allermeisten von uns alleine zurückgekehrt.»

Auschwitz-Birkenau war das größte der nationalsozialistischen Todeslager, in dem mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden. Die meisten von ihnen waren Juden aus den von Deutschland besetzten Staaten Europas.