Afghanistan: Mindestens 24 Tote bei Bombenanschlag in Kabul

Die Autobombe detonierte in einem von einer schiitischen Minderheit bewohnten Stadtviertel – nahe dem Haus des afghanischen Vize-Regierungsgeschäftsführers Mohakek. Dieser blieb unverletzt.

Der Sprengsatz traf einen Bus, der Mitarbeiter des Bergbauministeriums transportierte, wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Nach seinen Angaben wurden mehr als 40 Verletzte in Krankenhäuser gebracht. Unter den Toten soll auch der Attentäter sein.

Wer hinter der Tat steckt, blieb zunächst unklar. Nach ersten Erkenntnissen detonierte der Sprengsatz im Viertel Gulai-e Dawachana, nahe dem Haus des stellvertretenden Regierungsgeschäftsführers Hadschi Mohammed Mohakek. Einem Reporter des britischen Senders BBC sagte ein Sprecher von Mohakek, der Politiker sei unversehrt. In der Nähe soll sich auch eine der vielen privaten Universitäten der Stadt befinden. In dem westlich gelegenen Stadtteil Kabuls wohnen mehrheitlich Angehörige der schiitischen Hasara-Minderheit.

Erste Fotos zeigten eine in Rauchwolken gehüllte Straße, schwer beschädigte Häuser und Läden, verkohlte Bäume und mehrere kleine Feuer. Es ist bereits der zehnte schwere Anschlag in der Stadt seit Jahresbeginn. Kabul verzeichnet landesweit die meisten zivilen Opfer von Anschlägen.

Mitte des Monats hatte die UN-Mission in Afghanistan (Unama) mitgeteilt, dass die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan im ersten Halbjahr einen neuen Höchststand erreichte. Zwischen Anfang Januar und Ende Juni wurden demnach bei Gefechten und Anschlägen 1662 Zivilisten getötet und 3581 weitere verletzt. Etwa 40 Prozent der Opfer wurden bei Bombenanschlägen getötet, für die meisten Angriffe waren Extremistengruppen wie die Taliban oder die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) verantwortlich.