Allianz will Hunderte Stellen abbauen

Rund 700 Vollzeitstellen will der Versicherer Allianz streichen. Laut einem Medienbericht begründet der Dax-Konzern den Stellenabbau mit der Digitalisierung. Viele Beschäftigte machen dem Management jedoch schwere Vorwürfe.

Die Allianz streicht einem Medienbericht zufolge in den kommenden drei Jahren 700 Vollzeitstellen. Betroffen sei jedoch eine höhere Zahl Mitarbeiter, mehr als 800, da viele in Teilzeit arbeiteten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Der Abbau sei Teil eines Sparprogrammes, dem insgesamt 1270 Jobs zum Opfer fielen. 570 seien in den vergangenen Monaten bereits über Teilzeitregelungen abgebaut worden. Insgesamt arbeiten in Deutschland 29.000 Menschen für die Allianz.

Der Versicherungskonzern begründet die Maßnahmen der „SZ“ zufolge im Intranet mit der Digitalisierung. In deren Folge würde viele Prozesse, die zuvor von Sachbearbeitern erledigt wurden, standardisiert digital ablaufen, sagen Experten. Geplant sei auch, Standorte zu bündeln. So solle die Unfallversicherung nicht mehr in Berlin, München, Leipzig, Hamburg und Stuttgart verwaltet werden, sondern nur noch in Berlin und München. In der Krankenversicherung falle der Standort Berlin größtenteils weg.

Allianz-Chef Oliver Bäte hatte bereits im Jahr 2015 angekündigt, Kosten zu senken und den Kunden stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Der „SZ“ zufolge werfen viele Beschäftigte dem Management aber vor, auf dem Rücken der Belegschaft zu sparen und die Rendite für Aktionäre zu steigern. Ein Allianz-Sprecher war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.