Apple macht die iPhone-Preissteigerung zum Naturgesetz

Von Version zu Version sind die Preise der iPhones gestiegen. Für das gerade vorgestellte Modell X verlangt Apple bis zu 1319 Euro. Doch Apple hat noch einen weiteren Trumpf im harten Kopf-an-Kopf-Rennen mit Huawei.

Nie zuvor gab es ein so teures iPhone: Bis zu 1319 Euro verlangt Apple für das neue Modell X seiner Smartphones. Was der Konzern in dieser Woche präsentiert hat, war schon allein deshalb ein Superlativ. Wohl wissend, dass viele Menschen nicht bereit sein werden, den Preis eines gebrauchen Kleinwagens für ein Smartphone auszugeben, behält Apple eine Reihe anderer Geräte im Angebot.

Tatsächlich war die Auswahl an iPhone-Modellen nie so groß wie jetzt. Acht unterschiedliche Versionen wird Apple im Programm haben, wenn das neue iPhone X Anfang November verfügbar ist. Die unterschiedlichen Speichergrößen sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Ganz unten in der Produktpalette steht das iPhone SE mit seinem kleineren Vier-Zoll-Display für 409 Euro.

Dazwischen bleiben noch das iPhone 6s, das iPhone 7 und das iPhone 8 – und die dazugehörigen, größeren Plus-Varianten. Die jeweils neuesten Modelle an der Spitze macht Apple Jahr für Jahr teurer – ganz unabhängig davon, wie sich die Herstellungskosten, Inflation oder Wechselkurse entwickeln.

Kein anderer Smartphone-Hersteller schafft es, gegenüber seinen Kunden Preise mit derart hohen Margen durchzusetzen. Apple schöpft den größten Teil der Gewinne der gesamten Branche ab. Schätzungen sprechen von mehr als 80 Prozent.

iPhone X die erste große Design-Änderung seit 2014

Mit dem iPhone X verändert Apple zum ersten Mal seit 2014 sein Smartphone-Design wieder. Das neue 5,8 Zoll große Display überzieht fast die gesamte Vorderseite des Gerätes, das nur unwesentlich größer ist als das iPhone 7 mit seinem 4,7 Zoll großen Display. Der Fingerabdrucksensor hat deswegen keinen Platz mehr und wird durch eine Gesichtserkennung ersetzt, die nach Angaben von Apple um ein Vielfaches sicherer ist.

Sie irre sich nur in einem von einer Million Fällen, während der Fingerabdrucksensor sich einmal in 50.000 Fällen irren kann. Sogar mit Veränderungen im Gesicht wie beispielsweise Bartwuchs soll das iPhone X klarkommen. Apple hat die Technologie mit von Hollywood-Experten professionell hergestellten Masken getestet. Das iPhone X soll sich auch davon nicht täuschen lassen.

Dass Apple inzwischen für fast jede Zielgruppe ein Gerät im Angebot hat, hat auch etwas mit den Erwartungen der Aktionäre zu tun, die weiter steigende Gewinne und Umsätze sehen wollen. Um zu wachsen, muss der bereits riesige Konzern es zum einen schaffen, den durchschnittlichen Preis für seine Geräte anzuheben, was mit dem iPhone X gelingen dürfte.

Zum anderen muss Apple seinen Marktanteil ausbauen. Nach den Zahlen des Marktforschers IDC ist der chinesische Hersteller Huawei gefährlich nah gekommen. Apples Anteil am Weltmarkt liegt bei zwölf Prozent, Huawei hat sich in großen Schritten auf 11,3 Prozent vorgekämpft.

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Apple und Huawei

Die Marktforscher von Counterpoint Research gehen davon aus, dass Huawei im Juni und Juli bereits mehr Smartphones verkauft hat als Apple. Im wichtigen Markt China hat sich Apples Anteil seit 2014 etwa halbiert. Die neuen iPhones – Apple hat auch ein iPhone 8 und 8 Plus vorgestellt – dürften die alte Rangfolge aber zumindest global wieder herstellen.