Beratungsstelle fordert mehr Linkshänder-Förderung in Kitas

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Linkshänder sollten schon in Kindergärten und Krippen besser gefördert werden – das verlangt die älteste deutsche Linkshänder-Beratungsstelle zu ihrem Dreißigsten. «Ich fände es sehr wichtig, dass in Kindergärten und Krippen mehr passiert.»

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Linkshänder sollten schon in Kindergärten und Krippen besser gefördert werden – das verlangt die Linkshänder-Beratungsstelle in München. «Ich fände es sehr wichtig, dass in Kindergärten und Krippen mehr passiert», sagte die Leiterin der nach eigenen Angaben ersten deutschen Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder, Johanna Barbara Sattler. Erzieherinnen begännen oft ganz automatisch, Kinder versehentlich zu Rechtshändern umzuschulen – beispielsweise, wenn sie sie anhielten, das Besteck auf eine bestimmte Art und Weise zu halten.

Und auch sonst gibt es nach Ansicht Sattlers noch viel zu tun. Im öffentlichen Leben hätten Linkshänder oft das Nachsehen. Viele Alltagsgegenstände wie Geldautomaten seien noch immer ausschließlich auf Rechtshänder ausgelegt. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 15 Prozent aller Menschen auf der Welt Linkshänder sind, Sattler glaubt, es könnten auch mehr als 20 Prozent sein. Offizielle Zahlen vom Bundesamt für Statistik gibt es nach Angaben des Amtes nicht.

Die Münchner Beratungsstelle wurde vor 30 Jahren gegründet und feiert ihr Jubiläum mit einer Fachtagung an diesem Donnerstag in der Hanns-Seidel-Stiftung.