Bis nach Neuseeland: Steinmeier beginnt weiteste Auslandsreise

Von Christoph Sator, dpa

Als Bundesaußenminister reiste Frank-Walter Steinmeier viele Male um die Welt. Aber in Australien und Neuseeland war er noch nie. Jetzt kommt er als Bundespräsident dorthin.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bricht an diesem Mittwoch zu seiner bislang weitesten und längsten Auslandsreise auf. Auf dem Programm stehen in den nächsten acht Tagen der südostasiatische Stadtstaat Singapur sowie Australien und Neuseeland. Dabei wird es auch um die aktuellen Krisenherde im asiatisch-pazifischen Raum wie die Korea-Krise gehen. Steinmeier wird von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet. Mit ihm zusammen reist auch eine größere Wirtschaftsdelegation.

Der letzte Staatsbesuch eines deutschen Präsidenten auf der anderen Seite der Erdkugel liegt bereits 16 Jahre zurück: Im April und Mai 2001 war der inzwischen verstorbene Johannes Rau als Staatsoberhaupt in Australien und Neuseeland. In Singapur war noch kein Bundespräsident.

Für Steinmeier, der seit März im Amt ist, ist es bereits die 17. Auslandsreise als Staatschef – und mit einer Anreise von mehr als
18 000 Kilometern auch die weiteste. In seinen Jahren als SPD-Außenminister kam er zwar nach Singapur; nach Australien oder Neuseeland schaffte er es aber kein einziges Mal.

Erste Station wird nach einem langen Flug am Donnerstag der flächenmäßig kleinste Staat in Südostasien sein. In Singapur stehen Treffen mit der neuen Präsidentin Halimah Jacob und Ministerpräsident Lee Hsien Loong auf dem Programm, dem Sohn von Staatsgründer Lee Kuan Yew (1923-2015). Zudem hält Steinmeier vor Studenten eine Rede. Er wird auch dabei sein, wenn im Botanischen Garten zu seinen Ehren eine Orchidee benannt wird.

In Perth, an der Westküste Australiens, wird der Bundespräsident am Samstag an einer Asien-Pazifik-Wirtschaftskonferenz teilnehmen. Dort ist auch ein Treffen mit dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull geplant, dessen rechtsliberale Koalition gerade ihre Mehrheit im Parlament verloren hat. Anschließend reist er nach Sydney an die Ostküste weiter. Die Hauptstadt Canberra lässt Steinmeier aus.

Am Sonntag fliegt der Bundespräsident mit seiner Delegation nach Neuseeland, dem letzten Staatsbesuch der Reise. Als erster deutscher Politiker trifft er in der Hauptstadt Wellington die neue sozialdemokratische Premierministerin Jacinda Ardern. Die 37-Jährige ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Sowohl in Australien als auch in Neuseeland gibt es Begegnungen mit Ureinwohnern, Aborigines beziehungsweise Maori.

Nach einem Abstecher nach Auckland, Neuseelands größter Stadt, geht es auf die Heimreise. Nach einem Tankstopp in Singapur wird Steinmeier am Mittwoch nächster Woche zurück in Berlin erwartet.