Deutsche Mehrheit will keinen islamischen Feiertag

Thomas de Maiziere ist „bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen“ – die Mehrheit der Deutschen allerdings nicht. Unterstützung erhält der Innenminister dafür von anderer Seite.

Für Überlegungen zu einem muslimischen Feiertag in Teilen Deutschlands hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) Unterstützung vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erhalten. „In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde – das geschieht viel eher in der Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann“, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg der „Passauer Neuen Presse“. Der Festkalender sei „weder museal noch eine bloße Abfolge arbeitsfreier Tage, sondern Zeichen des Reichtums europäischer Traditionen“.

Der Minister hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt, in einigen Regionen Deutschlands muslimische Feiertage einzuführen. „Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen“, erklärte er. Allerheiligen sei auch nur dort Feiertag, wo viele Katholiken lebten. Aus den eigenen Reihen erhielt er dafür teils heftige Kritik.

Deutsche mit großer Mehrheit gegen islamische Feiertage

Die Deutschen allerdings lehnen die Einführung islamischer Feiertage mit großer Mehrheit ab. Sieben von zehn Befragten sprächen sich dagegen aus, so eine INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung. Nur jeder 13. Bundesbürger befürwortet demnach eine Einführung gesetzlicher islamischer Feiertage in Deutschland.

Unter den Grünen-Wählern votierte ein Fünftel für solche Feiertage. In allen anderen Parteien sei der Zuspruch deutlich geringer, am geringsten bei Wählern der AfD (3,7 Prozent) und der FDP (4,2 Prozent).

INSA-Chef Hermann Binkert erklärte laut „Bild“: „Für die ganz große Mehrheit der Deutschen gehört der Islam nicht zu Deutschland.“ Die politisch Verantwortlichen sollten die Meinung der Bevölkerung in diesen Fragen „wirklich ernst nehmen“.