Die Geschichte des Teddybärs

Unstrittig ist, woher der Teddybär seinen Namen hat: Alle kursierenden Geschichten führen ihn auf den einstigen US-Präsidenten Theodore «Teddy» Roosevelt (1858-1919) zurück. Bei einer Jagdpartie in Mississippi fand dieser einst keinen Bären zum Erlegen. Als Begleiter ihm einen einfingen, verschonte Roosevelt diesen mit Verweis auf seine Jägerehre. Der mitgereiste Karikaturist Clifford K. Berryman veröffentlichte 1902 eine Zeichnung der Begebenheit in der «Washington Post» und machte sie so weithin bekannt.

Wer den ersten Teddybären fertigte, ist dagegen umstritten. Nach der Firmen-Geschichtsschreibung des baden-württembergischen Stofftier-Herstellers Steiff stammt der erste Plüschbär PB 55 von Richard Steiff, dem Neffen der Firmengründerin Margarete. Der Skepsis seiner Tante zum Trotz habe der junge Kunsthandwerker seinen Bären mit Ziegenplüsch-Bezug (Mohair) 1903 auf die Leipziger Spielwarenmesse mitgenommen, wo ein begeisterter US-Besucher gleich 3000 Exemplare bestellt habe, berichtet die Firma auf ihrer Webseite.

Um die gleiche Zeit stellten der russischstämmige Ladenbesitzer Morris Michtom und seine Frau Rose unter dem Eindruck von Roosevelts Jagdgeschichte einen selbstgenähten Stoffbären in ihr Schaufenster in Brooklyn und nannten ihn «Teddy’s bear», schreibt die US-Kongressbibliothek. Aus der Bären-Idee der Michtoms entwickelte sich später das Puppen-Imperium der bis 1997 existierenden Ideal Toy Company.

Auch der Steiff-Bär verbreitete sich schnell in den USA. Bei der Weltausstellung 1904 in St. Louis soll die Firma 12 000 Bären verkauft haben. 1907 fertigten 2200 Arbeiter knapp eine Million Plüschbären. Auch in beiden Weltkriegen produzierte die deutsche Firma, wegen Materialmangels zum Teil aus Wollplüsch, Papier und Kunstseide und in reduzierter Stückzahl.