Expedia-Chef soll neuer Uber-CEO werden

Am Steuer des Fahrdienstvermittlers Uber sitzt in Zukunft möglicherweise der Expedia-Chef Dara Khosrowshahi. Der Aufsichtsrat des Start-up-Unternehmens bietet ihm den Chef-Posten an – zugesagt hat er noch nicht.

San Francisco. Das monatelange Gezerre um die neue Führungsfigur an der Spitze von Fahrdienst Uber könnte bald ein Ende haben. Der Aufsichtsrat des Unternehmens Uber bietet Expedia-CEO Dara Khosrowshahi den Chef-Posten im Start-up an. Das erfuhr das Handelsblatt von einer mit der Suche betrauten Person bei Uber. Zuvor hatten „New York Times“ und „Recode“ über die Personalie berichtet. Khosrowshahi muss offiziell noch zustimmen.

Die Entscheidung soll einen Schlussstrich setzen unter die turbulenten Zeiten bei Uber, die im Rausschmiss von Gründer Travis Kalanick Ende Juni gipfelten. Das Start-up versucht sich seitdem von der schwersten Krise seit seiner Gründung zu befreien.

Khosrowshahi setzte sich in der Wahl gegen zwei Favoriten durch. Der langjährige GE-Chef Jeffrey Immelt zog seine Kandidatur am Sonntag zurück. Er galt als Favorit von Kalanick, der nach wie vor im Aufsichtsrat des Start-ups sitzt, konnte aber nur wenige Stimmen der Mitglieder auf sich vereinen. Danach galt Meg Whitman, Chefin von HPE, als große Favoritin, obgleich sie noch vor einem Monat ein Interesse an dem Job heftig dementiert hatte.

Im Krimi um die Besetzung des Top-Jobs beim wertvollsten Start-up der Welt, mit einem Marktwert von 70 Milliarden Dollar, war Expedia-Chef Khosrowshahi der bisher unbekannte, dritte Kandidat. Doch er passt ins Profil. Uber benötigt dringend neue Management-Strukturen, angesichts der chaotischen Zustände, die dort zuletzt herrschten.

Das Start-up verlor allein in diesem Jahr mehr als ein Dutzend hochrangige Firmenlenker, darunter Finanzchef Gautam Gupta und den Vordenker für seine autonomen Fahrzeuge, Anthony Levandowski. Vor Gericht muss das US-Unternehmen sich gegen die Vorwürfe von Alphabets Autosparte Waymo wehren, Technologie gestohlen zu haben. Das Image schädigten zudem ein Video, in dem Gründer Kalanick mit einem Fahrer stritt sowie die Vorwürfe einer frauenfeindlichen, sexistischen Atmosphäre.