Frankreich richtet Sicherheitsschleusen für Thalys-Reisende ein

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Der vereitelte Anschlag auf einen nach Paris fahrenden Hochgeschwindigkeitszug löste im Sommer eine Sicherheitsdebatte aus. Nach den Attentaten vom 13. November wird nun gehandelt. Vor allem Thalys-Reisende müssen sich auf strenge Kontrollen einstellen.

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Frankreich führt nach den Anschlägen von Paris flughafenähnliche Kontrollen für die auch nach Deutschland fahrenden Hochgeschwindigkeitszüge Thalys ein. An den Bahnhöfen in Paris und Lille sollen an den Zugängen zu den entsprechenden Gleisen noch in diesem Jahr Sicherheitsschleusen eingerichtet werden. Nach Angaben der französischen Regierung werden sie denen für Reisen durch den Ärmelkanaltunnel entsprechen. Nutzer der dort verkehrenden Eurostar-Züge müssen schon heute Kontrollen durchlaufen und vor der Fahrt einen Metalldetektor passieren. Zudem gibt es Gepäckkontrollen per Röntgenscanner.

«Die Entscheidung ist gefallen», kündigte die für Verkehr zuständige Ministerin Ségolène Royal am Dienstag in Paris an. Die Politikerin machte zugleich klar, dass natürlich auch an Thalys-Bahnhöfen im Ausland Sicherheitsschleusen eingerichtet werden müssten. «Die Belgier folgen uns bereits und die anderen werden es tun», sagte Royal dem Radiosender France Inter. Wenn es nötig sei, werde Frankreich sich um die Installation von Sicherheitsschleusen kümmern, damit diese den gleichen Standard hätten wie die französischen. Die Kosten könnten dann zwischen den Bahnhöfen aufgeteilt werden.

Als konkrete Beispiele für Bahnhöfe im Ausland nannte Royal Brüssel, Amsterdam und Köln. Dies sind neben Paris wichtige Ein- und Aussteigepunkte auf den Thalys-Hochgeschwindigkeitsstrecken. Am Dienstag konnten Fahrgäste zum Beispiel in Amsterdam zunächst weiter ohne jegliche Kontrolle in Thalys-Züge in Richtung Paris steigen.

Nach Angaben der französischen Ministerin wird auch geprüft, im internationalen Bahnreiseverkehr verbindlich personengebundene Tickets einzuführen. An allen Bahnhöfen mit internationalen Verbindungen sollten die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden, kündigte sie an.

Bei den Anschlägen von Paris waren am 13. November 130 Menschen von islamistischen Attentätern getötet worden. Ihnen vorausgegangen war im August ein Angriff auf einen Thalys-Hochgeschwindigkeitszug, der von Brüssel in die französische Hauptstadt unterwegs war. Der Angriff endete damals glimpflich, weil Fahrgäste den mit einem Sturmgewehr bewaffneten Marokkaner überwältigen konnten. Der zur Tatzeit 25-Jährige sitzt derzeit in Untersuchungshaft.