Für Nordkorea ist ein Krieg „unausweichlich“

Nordkorea übt sich wieder in scharfer Rhetorik: Ein Krieg auf der Koreanischen Halbinsel ist aus Sicht des Außenministeriums angeblich nur noch eine Frage der Zeit. Letzter Anlass: die Luftwaffenübung der USA mit Südkorea.

Die gemeinsamen südkoreanisch-US-amerikanischen Militärmanöver und Drohungen der USA mit einem Präventivschlag führen nach Ansicht Nordkoreas unausweichlich zum Krieg. Dies sei eine „feststehende Tatsache“, sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums am späten Mittwochabend der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge. Es gehe bloß noch darum, wann genau er denn ausbreche, sagte der Sprecher.

Begründet wurde die scharfe Rhetorik unter anderem mit der so groß wie nie zuvor angelegten Luftwaffenübung der Vereinigten Staaten mit Südkorea. Bei dem Manöver mit Hunderten Kriegsflugzeugen setzten die USA am Mittwoch auch B-1-Bomber ein.

„Wir wünschen uns keinen Krieg, aber verstecken uns auch nicht davor. Und sollten die USA unsere Geduld falsch kalkulieren (…), werden wir die USA die Konsequenzen tragen lassen“, sagte der Sprecher. Pjöngjang sieht die Zurschaustellung der amerikanischen Militärmacht auf der Koreanischen Halbinsel kritisch.

Typischerweise werden Luftwaffenübungen als Vorbereitung für eine Invasion verurteilt. Die B-1-Bomber gelten nach nordkoreanischem Verständnis als „nuklear-strategische“ Flieger. Die Langstreckenbomber wurden aber Mitte der 1990er Jahre für den konventionellen Einsatz umgebaut.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Nordkorea testete unter Verletzung von US-Resolutionen Raketen und Atomwaffen, zuletzt eine neue Interkontinentalrakete. Am Montag starteten die USA und Südkorea ein groß angelegtes Militärmanöver in der Region.

Wegen des Atom- und Raketenprogramms Nordkoreas hatte sich US-Präsident Donald Trump einen monatelangen verbalen Schlagabtausch mit der Führung in Pjöngjang geliefert.