Giftig. Angriffslustig. Einfach furchterregend!

Tagsüber sitzt ein Skorpion in seiner Höhle. Erst wenn die Nacht anbricht, kommt er hervor – und lauert seiner Beute auf.

skorpion

Giftig. Angriffslustig. Einfach furchterregend! So erscheinen diese Tiere vielen Leuten. Dabei sind die meisten Skorpion-Arten für Menschen nicht besonders gefährlich.

Bedrohlich sehen Skorpione aber wirklich aus: Fangarme mit Scheren, dazu ein Schwanz mit Stachel. Mit diesem können die Tiere ihre Beute stechen und Gift in sie hineinspritzen.

Das machen allerdings gar nicht alle Skorpion-Arten, erklärt Experte Robert Seuntjens: «Größere Skorpione zerquetschen die Beute mit ihren kräftigen Scheren», sagt der Tierpfleger, der im Aquarium des Zoos in Berlin arbeitet.

Die meiste Zeit seines Arbeitstages ist der Mann in Räumen unterwegs, in die die Besucher nicht hinein dürfen. Denn längst nicht alle Tiere des Aquariums werden in Glaskästen zur Schau gestellt. So leben zum Beispiel viele in Plastik-Boxen mit Deckeln hinter verschlossenen Türen.

Robert Seuntjens ist an diesem Vormittag auf der Suche nach einigen Skorpionen. Natürlich sind die nicht entwischt! Der Tierpfleger weiß nur kurz nicht, wo sein Kollege die Box hingestellt hat. «Ah, da sind sie», sagt Robert Seuntjens. Er zieht eine Kiste aus dem Regal des kleinen Raums, der mit Kästen vollgestellt ist. «Spinnen» steht an der Tür.

Skorpione gehören nämlich zu den Spinnen-Tieren. Tagsüber sitzen sie normalerweise in Höhlen, unter Steinen oder in Fels-Spalten. Deshalb haben die Tiere auch in ihren Kästen große Stücke Holz, unter denen sie sich verkriechen können. In der Natur gehen Skorpione erst auf Beute-Jagd, wenn es dunkel wird. Allerdings müssen sie das gar nicht oft. «Skorpione kommen erstaunlich lange ohne Fressen aus», sagt der Tierpfleger. Einige Arten wohl mehrere Monate!

Deshalb werden sie auch im Aquarium nur alle ein bis zwei Wochen gefüttert. Das sieht dann so aus: Robert Seuntjens lässt einige Heimchen in die Box der Skorpione purzeln. Heimchen sind Insekten und gehören zu den Grillen. «Die müssen lebendig sein. Ansonsten wollen die Skorpione sie nicht», erklärt der Experte.

Viele Skorpione rennen ihrer Beute nicht hinterher. Sie lauern ihr in der Nähe ihrer Höhle auf: Dort warten sie, bis ein Insekt, eine Spinne oder zum Beispiel eine kleine Maus vorbeikommt. Dabei hilft den Skorpionen vor allem, dass sie auch kleinste Erschütterungen in ihrer Umgebung wahrnehmen. Sehen können die Spinnen-Tiere dagegen nicht allzu gut.

Wenn sie auf Beute warten, haben die Skorpione oft ihre Fangarme mit den Scheren geöffnet – bereit zum Zupacken. Dazu ist der Schwanz mit dem Gift-Stachel bedrohlich aufgerichtet. Wenn das nicht furchterregend aussieht…