Größtes Atom-U-Boot der Welt fährt durch die Ostsee

Ein gigantisches russisches U-Boot ist in der Ostsee aufgetaucht. Das Schiff gehört zur russischen Nordflotte und ist auf dem Weg zu einer Parade in St. Petersburg. Es fuhr auch an der deutschen Küste entlang.

Die Ostseestrände sind voller Urlauber – und sie bekommen Beeindruckendes zu sehen. Ein schwarzer Gigant treibt durch das Meer. Es ist das größte Atom-U-Boot der Welt, das Richtung Russland durch die Ostsee fährt. Neben ihm sehen Segelboote wie winzige Spielzeugschiffchen aus.

„Dmitri Donskoj“ heißt das russische Schiff mit einer unglaublichen Länge von 172 Metern. Es hat 150 bis 180 Matrosen an Bord und ist mit Interkontinentalraketen bewaffnet. Das U-Boot ist sonst als Teil der russischen Nordflotte am Polarkreis unterwegs.

Die „Donskoj“ ist auf dem Weg von Sewerodwinsk, das im Norden Russlands liegt, nach St. Petersburg. Hier findet eine große Parade der russischen Marine statt. Doch dafür muss das Riesen-U-Boot Skandinavien umrunden und die Ostsee durchqueren.

Am Freitag passierte der Gigant den Großen Belt in Dänemark – unter den wachsamen Augen der Soldaten eines dänischen Marineschiffs. Danach kam es auch an den Küsten Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns vorbei.

Das U-Boot ist in einem Verband unter der Führung des Flagschiffs der russischen Nordflotte, des atombetriebenen Kreuzers „Pjotr Weliki“ (Peter der Große), unterwegs. Beide Schiffe sind die weltweit größten ihrer Art. Begleitet werden sie von zwei kleineren Kriegsschiffen.

Das russische Verteidigungsministerium twitterte stolz ein kurzes Video von der Abfahrt aus Sewerodwinsk. Mit den riesigen Schiffen sollen die Menschen in St. Petersburg bei der Parade am 30. Juli beeindruckt werden.

Das Atom-U-Boot „Donskoj“ gehört zu der größten Klasse von U-Booten mit Nuklearraketen, die jemals gebaut wurde, der Typhoon-Klasse. Das Schiff wurde noch zu Sowjetzeiten gefertigt, später stillgelegt und 2002 umgebaut.

Das U-Boot und der Kreuzer „Peter der Große“ sind eigentlich für Langstrecken- und Tiefseeoperationen entwickelt worden. Die Fahrt nach St. Petersburg soll ihren Mannschaften nun auch Erfahrungen bei der Navigation durch enge Passagen und in flachen Gewässern bringen, schreibt das russische Verteidigungsministerium.

Heute ist die „Donskoj“ weniger ein aktives Kriegsschiff als vielmehr eine Testplattform, etwa für Starts von neu entwickelten Raketen.

„Die ‚Donskoj‘ ist für die Show da“, sagt Michael Kofman, Experte für die russische Marine, dem britischen „Telegraph“. „Es ist immer noch das größte U-Boot, das je gebaut wurde. Aber es ist vor allem ein eindrucksvolles Schiff für eine Parade und erinnert daran, dass Russland eine maritime Macht ist.“

Im Gegensatz dazu sei allerdings der Atomkreuzer „Peter der Große“ durchaus ein beeindruckendes, aktives Kriegsschiff mit seiner Länge von 250 Metern. Laut des Experten ist es Russlands ganzer Stolz.

Das dritte große Schiff Russlands nach der „Donskoj“ und dem Kreuzer ist der von Pannen begleitete Flugzeugträger „Admiral Kuznetsow“.

Gleichzeitig mit den beiden Megaschiffen traf in der Ostsee eine kleine chinesische Flotte mit einigen der modernsten Kriegsschiffe Pekings ein. Es ist das erste Mal, dass chinesische Schiffe in der Ostsee kreuzen. Sie werden an dem jährlichen russisch-chinesischen Manöver „Joint Sea“ teilnehmen, das im vergangenen Jahr im Südchinesischen Meer stattfand.