Hamburger Tierpark: Hagenbecks Elefantenbaby ist tot

Trauer im Tierpark Hagenbeck: Das letzte Woche geborene Elefantenbaby lebt nicht mehr. Tierpfleger fanden „Püppi“ tot auf. Kurz nach der Geburt soll es Probleme in der Mutter-Kind-Bindung gegeben haben.

Hagenbecks neuer Wonneproppen wurde nur eine Woche alt: Das am 3. September geborene Elefantenkind wurde am Wochenende von seinen Tierpflegern leblos aufgefunden, teilte der Tierpark am Dienstag mit. Eine traurige Nachricht für die Beschäftigten und Gäste gleichermaßen, zu deren Liebling sich Püppi bereits in kurzer Zeit entwickelt hatte.

Bereits kurz nach der Geburt hätten sich erste Schwierigkeiten in der Mutter-Kind-Bindung gezeigt, so der Tierpark. Mutter Salvana, 21, wollte ihre Tochter einfach nicht annehmen. Das Elefantenhaus wurde daher zeitweise geschlossen, damit sich Mutter und Tochter in aller Ruhe aneinander gewöhnen konnten. Doch das gelang nur mäßig: Die Pfleger waren rund um die Uhr im Einsatz, um darauf zu achten, dass Salvana die Kleine trinken ließ.

„Püppi“ machte einen fitten und gesunden Eindruck

Für die Elefantenkuh war es zwar der zweite Nachwuchs, jedoch die erste Aufzucht: Im April 2012 hatte Salvana ihr erstes Baby nach drei Tagen Wehen verloren. Als „etwas zappelig“ hatte Zootierarzt Michael Flügger die junge Mutter am Montag vor einer Woche beschrieben, aber die Hoffnung bestand, dass sich das legen würde.

Leider hielt die Situation an: Püppi, wie jedes weibliche Elefantenbaby im Hamburger Tierpark bis zur Taufe genannt wird, konnte nur dann bei ihrer Mutter trinken, wenn die Tierpfleger diese beaufsichtigten. Anfangs konnte das sehr zarte, sehr hochbeinige Dickhäuterbaby sogar zusätzlich noch bei den Elefantenkühen Yashoda und Kandy trinken, die als Mütter zurzeit Milch führen. Und da es einen fitten und gesunden Eindruck machte, verzichtete man auf eine Zufütterung mit Aufzuchtmilch durch die Tierpfleger.

Woran das Elefantenkalb gestorben ist, ist bisher nicht bekannt. Zur Klärung findet derzeit eine Obduktion mit anschließender Histologie statt. Die Totgeburt vor fünf Jahren war zwar traurig, jedoch kein Grund zur Sorge für den Tierpark gewesen: Der lange, abgeknickte Geburtskanal müsse bei Elefantenkühen oft erst geweitet werden, was häufiger bei der ersten Schwangerschaft zu Totgeburten führe. Und nach 691 Tagen Tragzeit sah es dieses Mal bei Salvana ja auch gut aus – die Geburt ging in vier Stunden problemlos über die Bühne.

Weitere Geburten werden 2018 erwartet

Deshalb kann derzeit nur spekuliert werden, was die Ursache für den plötzlichen Tod des Elefantenbabys sein könnte. Vater Gajendra, der nur für vier Jahre zu Besuch in Hamburg war, während das Elefantenhaus im Münchner Tierpark Hellabrunn renoviert wurde, und Ende März in seine bayerische Heimat zurückgekehrt war, hatte dort bereits fünfmal für Nachwuchs gesorgt.

Nach zwei Totgeburten kamen zwei Töchter und ein Sohn zur Welt, von denen die beiden weiblichen Tiere jedoch im Alter von drei beziehungsweise sechs Monaten starben. In Hamburg zeugte Gajendra mit Elefantendame Yashoda Tochter Anjuli, 2, und mit Elefantendame Kandy Sohn Kanja, 20 Monate alt, die gesund und munter sind.