Katholiken hoffen! Bistümer in Mainz und Limburg vor Abschied und Neubeginn

ARCHIV - Medienvertreter besichtigen am 20.02.2015 in Limburg (Hessen) eine Gemäldegalerie im Bischofssitz, rechts ein Bild von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, daneben sein Vorgäng, Bischof Franz Kamphaus. Foto: Arne Dedert/dpa (zu dpa/lhe/lrs "Bistümer vor Abschied und Neubeginn" vom 23.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Neues Jahr, neuer Bischof? Das hoffen die Katholiken im Bistum Limburg sehr. Bei den Nachbarn in Mainz neigt sich nach mehr als 30 Jahren eine Ära dem Ende zu.

ARCHIV - Medienvertreter besichtigen am 20.02.2015 in Limburg (Hessen) eine Gemäldegalerie im Bischofssitz, rechts ein Bild von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, daneben sein Vorgäng, Bischof Franz Kamphaus. Foto: Arne Dedert/dpa (zu dpa/lhe/lrs "Bistümer vor Abschied und Neubeginn" vom 23.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV – Medienvertreter besichtigen am 20.02.2015 in Limburg (Hessen) eine Gemäldegalerie im Bischofssitz, rechts ein Bild von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, daneben sein Vorgäng, Bischof Franz Kamphaus. Foto: Arne Dedert/dpa (zu dpa/lhe/lrs „Bistümer vor Abschied und Neubeginn“ vom 23.12.2015) +++(c) dpa – Bildfunk+++

Nach schwerer Krise hier und jahrelanger Kontinuität dort stehen die Bistümer von Limburg und Mainz vor wichtigen Veränderungen. 2016 soll auf dem Limburger Domberg, so die Hoffnung, endlich der neue Bischof einziehen, in Mainz rückt der Abschied von Kardinal Karl Lehmann näher. Die Katholiken in den benachbarten Diözesen müssen sich aber noch gedulden, bis alle offenen Fragen geklärt sind.

In Limburg interessiert die Gläubigen vor allem eines: Wer wird der Nachfolger des abberufenen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst – und wann kommt er? Bistum und Vatikan halten sich dazu bedeckt. Der Leiter der Diözese, Weihbischof Manfred Grothe, hofft aber, dass bald das offizielle Verfahren zur Besetzung des Bischofsstuhles beginnt und der neue Oberhirte bis zum Sommer 2016 feststehen wird.

Die Erwartungen an den neuen Bischof sind immens: Er muss die Aufarbeitung des Skandals um Tebartz-van Elst und die teure Bischofsresidenz vorantreiben und gleichzeitig die Herausforderungen jenseits der Krise meistern. Dazu gehört etwa die schon vor längerem begonnene Umstrukturierung der Diözese inklusive Zusammenlegung von Pfarreien. Wichtig auch: Der Neue benötigt einen anderen Führungsstil als sein Vorgänger. Tebartz-van Elst verlor im März 2014 seinen Posten nicht nur wegen der Kostenexplosion beim Bau des neuen Bischofssitzes, sondern auch wegen heftiger Kritik an seiner Amtsführung. Die empfanden viele als autoritär.

Auch wenn es nun weiter vorangehen soll – aus Sicht von Katholikenvertreterin Ingeborg Schillai gehört das Vergangene «zur Geschichte unseres Bistums und wird uns bis zu einem gewissen Grad erhalten bleiben». Die Aufarbeitung der Krise sei allerdings unter Bistumsleiter Grothe «schon sehr weit vorangeschritten», meint die Präsidentin der Diözesanversammlung, der gewählten Vertretung der Limburger Katholiken.

Im benachbarten Bistum Mainz, das wie das Limburger auf hessischem und rheinland-pfälzischem Gebiet liegt, rückt derweil das Ende der Amtszeit von Kardinal Karl Lehmann näher. Der beliebte Oberhirte und einstige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz leitet die Diözese seit 33 Jahren und gilt als einer der prominentesten Katholiken der Republik.

Am 16. Mai 2016 feiert der Theologe und Buchautor seinen 80. Geburtstag. Erwartet wird, dass daher Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch annimmt. Wann genau Lehmann aus seinem Amt scheidet, steht aber noch in den Sternen. Und wie in Limburg stellt sich dann die Frage, wer der Nachfolger wird.

Bereits zum 75. Geburtstag hatte Lehmann altersbedingt seinen Rücktritt angeboten. Der damalige Pontifex Benedikt XVI. lehnte das Gesuch aber ab. Mit 80 Jahren indes ist in der katholischen Kirche in der Regel Schluss – mit Ausnahme des Papstes.

Nun versichert die Diözese, das Bistum werde Lehmanns 80. Geburtstag «gebührend feiern». Am Pfingstmontag sei ein Festgottesdienst im Mainzer Dom geplant, der von der ARD live übertragen werde. Danach gehe es einen Festakt.

Geboren wurde Lehmann als Sohn eines Dorfschullehrers im schwäbischen Sigmaringen. Als er 1983 vom Mainzer Domkapitel zum Oberhirten gewählt wurde, war er Theologieprofessor in Freiburg. Später gestand er, es sei ihm sehr schwer gefallen, von der Universität in Freiburg wegzugehen. Doch rasch wuchs Lehmann seiner Diözese ans Herz. Bei seiner Ernennung zum Kardinal 2001 läuteten die Mainzer Domglocken eine Viertelstunde lang. Lehmann ist erst der fünfte Purpurträger auf diesem Bischofsstuhl. Seinen Kardinalstitel wird der Fan des Fußball-Bundesligisten Mainz 05 sein Leben lang behalten.

Auch im Ruhestand will Lehmann im Bischofshaus wohnen bleiben. Ob der neue Oberhirte in Limburg in die dortige rund 31 Millionen Euro teure Skandalresidenz einziehen wird, bleibt dagegen abzuwarten.