Klimaforscher über «Harvey»: «Solche Katastrophen nehmen zu»

Klimaforscher Mojib Latif sieht einen Zusammenhang zwischen dem Tropensturm «Harvey» mit seinen verheerenden Regenfällen im Süden der USA und dem Klimawandel. Dieser habe schon eine gewisse Rolle gespielt, sagte Latif am Mittwoch im Deutschlandfunk: «Wir warnen schon lange genau vor solchen Situationen.»

Latifs Erklärung: Wenn es wärmer wird, erwärmen sich die Weltmeere, auch der Golf von Mexiko vor der Südküste der USA. Mehr Wasser könne verdunsten und die Luft mehr Wasserdampf halten. Bei einer Wetterlage wie bei «Harvey» könne es dementsprechend mehr Regen geben. «Wir erleben weltweit, dass solche Flutkatastrophen zunehmen.»

Von Hurrikans werde Deutschland zwar trotz der Erderwärmung verschont bleiben. «Die brauchen sehr warme Wassertemperaturen, mindestens 26,5 Grad.» Das werde es hierzulande nicht geben – eine Entwarnung sei das nicht: «Wir werden mit anderen Wetterextremen zu tun haben.» Konkret sprach Latif von Starkregen. Zeitweise war Sturm «Harvey» als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie 4 eingestuft worden, dann hatte er sich zu einem Tropensturm abgeschwächt.

Auf die Frage, ob sich Donald Trump irgendwann der Meinung anschließen werde, dass solche Katastrophen Teil des Klimawandels seien, sagte Latif: «Ich glaube es nicht.» Trump sei aus seiner Sicht «absolut beratungsresistent». «Auch dieses Ereignis wird die Meinung des Präsidenten nicht verändern.»