Längste Hängebrücke der Welt eröffnet

Die neue Fussgänger-Hängebrücke bei Randa verbindet in schwindelnder Höhe den Europaweg von Grächen nach Zermatt. Am heutigen Samstag ist sie feierlich eröffnet worden.

Die Europabrücke ist 494 Meter lang und bricht damit sämtliche Weltrekorde. Sie macht nach siebenjähriger Unterbrechung den Wanderweg Grächen – Zermatt wieder durchgehend begehbar. Massgeblich für die Sperrung waren Sicherheitsgründe.

In der Umgebung sind auf dem Europaweg weitere Superlative zu erleben: Hier ragen die höchsten Berge der Schweiz (Dom 4545 m) in den Himmel. Der Weg verläuft zwischen 1600 und 2200 Metern, hoch über dem am tiefsten eingeschnittenen Tal der Schweiz.

Von der alten zur neuen Hängebrücke

Die alte Hängebrücke musste im Jahr 2010 kurz nach der Eröffnung wegen Steinschlaggefahr geschlossen werden. Doch die Talbevölkerung gab nicht auf. In der von Gemeinderat Paul Summermatter gross angelegten Sponsoren-Suche konnte ein grosser Teil des notwendigen Kapitals von rund 750’000 Franken zusammengetragen werden. Auch die fünf Anrainer-Gemeinden Grächen, St. Niklaus, Randa, Täsch und Zermatt haben Beträge gesprochen.

Der Hauptsponsor gibt der Brücke den Namen. Sie heisst «Charles Kuonen Hängebrücke». Der grosszügige Gönner ist im Oberwallis beheimatet und verdankt seinen beruflichen Erfolg zu einem Teil als Unternehmer und Mitinhaber einer bekannten Familienkellerei in Salgesch sowie seiner langjährigen Tätigkeit als Psychologe bei der Studien- und Berufsberatung Oberwallis: «Mit diesem Sponsoring möchte ich meine Dankbarkeit für ein erfülltes Leben, dem beruflichen Erfolg sowie der Verbundenheit zum schönen Mattertal und seinen Bewohnern Ausdruck geben», sagt Charles Kuonen anlässlich der Eröffnung der Hängebrücke.

Das Hängebrücken-Unternehmen swissrope / Lauber AG aus Frutigen hat die Brücke in nur zweieinhalb Monaten errichtet. Dank dem neu entwickelten und patentierten Schwingungs-Dämpfungssystem kann die nahezu einen halben Kilometer lange Brücke kaum ins Schwingen kommen. Die beiden Tourismusdirektoren von Grächen und Zermatt sind sich der touristischen Bedeutung sicher. Berno Stoffel von Grächen ist überzeugt: «Die neue Hängebrücke macht den Europaweg nicht nur sicherer und einfacher, sondern auch um einen Höhepunkt attraktiver. Ich bin überzeugt, dass dadurch der Weg einen zweiten Frühling erleben wird.» Und Daniel Luggen, Kurdirektor von Zermatt: «Wann hat man schon die Gelegenheit, eine echte Weltrekord-Hängebrücke zu überschreiten? Dieser Nervenkitzel über dem Abgrund, das ist unbeschreiblich.»