Liga-Spitze unter sich

+++(c) dpa - Bildfunk+++

Von Ulf Zimmermann, dpa

Sieben der ersten acht Teams in der Bundesliga-Tabelle treffen am Samstag und Sonntag in direkten Duellen aufeinander. Neben dem Evergreen Gladbach-Bayern steht besonders die Auseinandersetzung Wolfsburg-Dortmund im Blickpunkt.

+++(c) dpa - Bildfunk+++
+++(c) dpa – Bildfunk+++

Das Beste vom Besten in der Fußball-Bundesliga ist an diesem Wochenende unter sich. Die geballte Aufmerksamkeit richtet sich bei den vier Duellen mit sieben Teams, die auf den ersten acht Plätzen der Tabelle liegen, auf den Klassiker zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München. «Wir müssen an unserem Leistungslimit spielen und einen sehr guten Tag erwischen», sagte Gladbach-Trainer André Schubert.

Das mit Schubert in der Bundesliga noch ungeschlagene Team kann mit einem Sieg die vorzeitige Herbstmeisterschaft des Rekord-Titelträgers verhindern. Darauf hofft vor allem der Tabellenzweite Borussia Dortmund, der den Rückstand auf München mit einem Sieg im Topspiel beim Dritten VfL Wolfsburg auf fünf Punkte reduzieren könnte. «Der Anreiz ist sehr groß, eine Topleistung abzuliefern», sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel.

Bei Bayer Leverkusen überlagerten zuletzt Diskussionen um Trainer Roger Schmidt oder die Scharmützel von Sportdirektor Rudi Völler mit Fans ein wenig die Stimmung. Der Champions-League-Starter will mit einem Erfolgserlebnis beim Europacup-Kandidaten Hertha BSC wieder positive Schlagzeilen schreiben. Beim Hamburger SV überstrahlt angesichts von Rang sechs die sportliche Bilanz die finanzielle, gegen Mainz 05 hat das Team von Trainer Bruno Labbadia den dritten Sieg in Serie im Visier.

Auch wenn die Borussia in der vergangenen Saison kein Gegentor gegen Pep Guardiolas Ausnahmeteam kassierte (2:0, 0:0), sprechen die Fakten eindeutig gegen das Schubert-Team. Guardiola ist seit seinem Einstieg 2013 noch ohne Hinrunden-Niederlage mit den Bayern, die in dieser Saison nur in Frankfurt Punkte ließen (0:0). Öde findet das der Katalane ganz und gar nicht. «Für mich ist das nicht langweilig. Wir müssen in jedem Spiel kämpfen. Und in Mönchengladbach wird es sehr schwer», sagte er.

Vielleicht hat er sogar Recht, denn ihm stehen die Stars Arjen Robben, Douglas Costa und David Alaba im mit 54 010 Zuschauern ausverkauften Borussia-Park nicht zur Verfügung. Die Ausfälle kann der Starcoach allerdings besser kompensieren als sein Kollege Schubert. Außer Patrick Herrmann, André Hahn, Alvaro Dominguez, Martin Stranzl und Nico Schulz droht der zuletzt überragende Ibrahima Traoré auszufallen. Doch auch unter diesen Bedingungen gelang der Borussia unter Schubert der Marsch vom Tabellenende in die Spitzengruppe. «Wir werden ohne Angst antreten und mutig nach vorne spielen», sagte Raffael, der beim 2:0 im März in München beide Tore für die Borussia erzielt hatte.

Für den BVB sind die Voraussetzungen auch nicht die besten: Tuchel stehen Mats Hummels, Julian Weigl und Sokratis wegen Magen-Darm-Erkrankungen nicht zur Verfügung. «Die Personalsituation ist nicht besorgniserregend. Ich vertraue den Spielern, die uns zur Verfügung stehen», sagte der 42-Jährige, warnte mit Blick auf das zurückliegende Auswärtsspiel beim HSV (1:3) aber: «Wenn wir so auftreten wie in Hamburg, können wir uns die Zugfahrt nach Wolfsburg sparen.»

In Leverkusen hatte Völler nach seinem Ausbruch im Anschluss an das Champions-League-Spiel in Borissow in einer Aussprache mit kritischen Fans zunächst einmal für Ruhe im Umfeld gesorgt. Für das Spiel in Berlin kann Trainer Schmidt möglicherweise auf Roberto Hilbert zurückgreifen. «Hertha hat es sich verdient, da oben zu stehen. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe», sagte Schmidt.

Zwei ehemalige Meister sind von den Sphären, in denen sich Leverkusen, Berlin, Mönchengladbach oder München bewegen, weit entfernt. Das Duell zwischen dem Vorletzten VfB Stuttgart und dem 15. Bremen toppt das Programm der unteren Tabellenhälfte. Rückendeckung erhielt der gebeutelte Werder-Trainer Viktor Skripnik nach dem 1:3 gegen den HSV. «Wir vertrauen Viktor und seinem Trainerteam zu 100 Prozent und wollen in dieser Konstellation weitermachen», sagte Kapitän Clemens Fritz.