Luftpost und Drogenjagd: Wie Profis Drohnen nutzen

Vier Millionen Drohnen sind weltweit im vergangenen Jahr verkauft worden. In Deutschland waren es bislang mehrere Hunderttausend Stück. Die Fluggeräte werden oft für Privatvergnügen eingesetzt – aber nicht immer. Auch Profis nutzen sie:

POLIZEI – In mehreren Bundesländern werden Drohnen bei der Polizei schon eingesetzt, von der Verkehrsüberwachung bis zum Objektschutz. Nordrhein-Westfalen erprobt den Einsatz bereits seit 2005. Vor Durchsuchungen kundschaften Drohnen Grundstücke aus, machen Cannabisplantagen ausfindig, sichern Beweise an Tatorten. In Niedersachsen ließ die Polizei im Jahr 2010 während des Castortransports Drohnen in den Himmel steigen. Bei der Bundespolizei wurden die Fluggeräte gegen Erpresser und Schleuser eingesetzt.

FEUERWEHR – Glutnester beobachten, Menschen finden, Waldbrände rechtzeitig entdecken: Auch die Feuerwehr greift auf Drohnen zurück. Als nützlich können sich die ferngesteuerten Augen von oben bei größeren Bränden oder verschmutzen Gewässern erweisen. Oder bei der Vermisstensuche, wenn Drohnen mit Wärmebildkameras ausgestattet sind.

PAKETE – Ware per Luftpost: Manche Handelsunternehmen haben schon konkrete Pläne. Die Deutsche Post startete ein Experiment mit dem automatischen «Paketkopter», der die abgelegene Nordseeinsel Juist oder die Winklmoos-Alm in Bayern aus der Luft versorgte. Amazon arbeitet bei «Prime Air» an einem Projekt, das Bestellungen innerhalb von 30 Minuten zu den Konsumenten bringen soll. Google forscht bei «Project Wing» an Mini-Fliegern mit Seilwinde.

FILM UND FOTO – Ob in Dokumentationen oder Spielfilmen: Dank Drohnen gelingen Aufnahmen über Landschaften und Städte, die sonst nur mit dem Hubschrauber möglich wären. Besonders beeindruckend ist der Perspektivwechsel aber auch im Kleinen, etwa in der Doku «More than Honey», in der sich mit Minikameras ausgestattete Drohnen nur wenige Zentimeter entfernt an Bienenschwärme heranpirschen.