Mindestens 17 Zivilisten durch Luftangriffe auf Al-Rakka getötet

Mit neuen Luftangriffen auf die syrische IS-Hochburg Al-Rakka hat die US-geführte Allianz laut Aktivisten mindestens 17 Zivilisten getötet. Die meisten Opfer habe es in einem zerstörten Internetcafé gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Darüber hinaus seien zahlreiche Zivilisten verletzt worden. Die Rede war von mindestens 25 neuen Luftangriffen auf Al-Rakka und die Umgebung der Stadt. Am nördlichen Rand der seit 2014 von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehaltenen Stadt habe es zudem heftige Kämpfe am Boden gegeben.

Angesichts des Vormarsches auf Al-Rakka hatten sich die Vereinten Nationen zutiefst besorgt um die Sicherheit der Zivilisten gezeigt. Durch Luftangriffe und Beschuss sei zuletzt verstärkt auch zivile Infrastruktur getroffen geworden, teilte die Sprecherin des UN-Nothilfebüros Ocha, Linda Tom, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit Beginn der Woche seien mehrere Menschen getötet und sowohl Schulgebäude als auch eine Bank, ein Museum und eine Moschee getroffen worden. Mehr als 95 000 Menschen hätten Al-Rakka bereits verlassen, sagte die Ocha-Sprecherin. Ihre Organisation geht davon aus, dass bis zu 160 000 Menschen in der Stadt humanitäre Hilfe benötigen.

Al-Rakka ist die wichtigste verbliebene Bastion des IS in Syrien und gilt als die Hauptstadt der Dschihadisten. Am Dienstag begannen die von einer US-Koalition unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit dem Sturm auf die Stadt.