Montenegro tritt der Nato bei

Der Balkanstaat verfügt gerade einmal über 2.000 Soldaten, dafür hat er strategisch wichtige Häfen. Russland kritisiert die Osterweiterung des Militärbündnisses.

Der Balkanstaat Montenegro wird offiziell als 29. Mitglied in die Nato aufgenommen. Ministerpräsident Duško Marković wird dazu die Beitrittsurkunde bei der US-Regierung hinterlegen. Diese ist nach dem Nordatlantikvertrag für die Aufbewahrung zuständig. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird an der Zeremonie im US-Außenministerium in Washington teilnehmen.

Das Verteidigungsbündnis hatte die Aufnahme des südosteuropäischen Landes im Mai 2016 formal beschlossen. Ende April hatte das montenegrinische Parlament dem Beitritt schließlich zugestimmt. Regierungschef Marković sprach von einer „historischen Entscheidung“.

Russland kritisiert den Nato-Beitritt Montenegros. Es ist bereits das 13. Land, das die Militärallianz seit dem Ende des Kalten Krieges aufnimmt. Die meisten von ihnen kamen aus dem Einflussbereich der ehemaligen Sowjetunion. Moskau sieht in der Osterweiterung der Nato eine Gefahr für die eigene Sicherheit. Lange Zeit hatte Russland deswegen versucht, den Nato-Beitritt Montenegros zu verhindern. Die Entfernung zwischen den Außengrenzen Russlands und Montenegros beträgt knapp 1.400 Kilometer.

Montenegros Armee umfasst gerade einmal etwa 2.000 Soldaten. Allerdings sind die Adriahäfen des Landes militärisch von Bedeutung. Die Österreicher hatten in der Bucht von Kotor im 19. Jahrhundert einen Kriegshafen gebaut. Später nutzte und erweiterte das Militär Jugoslawiens die Anlagen. Montenegro verhandelt derzeit auch mit Brüssel über einen EU-Beitritt.