Nach dem Tod des Otto Warmbier: US-Präsident Trump verurteilt Nordkorea als „brutales Regime“

Nach monatelanger Haft in Nordkorea stirbt der 22-jährige Student Otto Warmbier. US-Präsident Donald Trump übermittelt in einem Schreiben der Familie sein „tiefes Beileid“. Während einer Veranstaltung kritisiert er Nordkorea scharf.

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea nach dem Tod des US-Studenten Otto Warmbier scharf kritisiert. Die Regierung in Pjöngjang sei ein „brutales Regime“, sagte Trump während einer Veranstaltung im Weißen Haus am Montagabend. Es seien „schlimme Dinge“ passiert, aber immerhin sei es gelungen, Warmbier noch „nach Hause zu seinen Eltern“ zu holen. Der Familie übermittelte Trump in einem Schreiben sein „tiefes Beileid“.

US-Außenminister Rex Tillerson sagte, seine Gebete seien mit den Eltern Warmbiers. Nordkorea sei verantwortlich für die „ungerechte Inhaftierung“, alle anderen, „illegal inhaftierten“ Amerikaner in Nordkorea müssten sofort freigelassen werden. Dabei handelt es sich um drei Personen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sagte, der Tod des Studenten berühre das Herz der Amerikaner wie kein anderer.

Die Familie des Studenten hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass der 22-Jährige in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Cincinnati im Bundesstaat Ohio gestorben sei. Nach Angaben der Ärzte hatte der 22-Jährige schwere Verletzungen im Gehirn erlitten.

In der Stellungnahme der Eltern hieß es, Warmbier sei am Montag um 14.20 Uhr Ortszeit im Kreise seiner Familie gestorben. Diese wolle sich nun nicht auf das konzentrieren, was sie verloren habe – sondern auf ihren „warmen, einnehmenden und brillanten“ Sohn.

Unterschiedliche Darstellungen über die Todesursache

Die Ärzte haben keine Ursache für die schweren Gehirnverletzungen ausmachen können. Die Familie hingegen geht von Folter aus: Die Eltern Fred und Cindy Warmbier sagten am Tag der Freilassung ihres Sohnes, das Regime habe den jungen Mann misshandelt und terrorisiert. Nach Nordkoreas Darstellung fiel Warmbier wegen einer Nahrungsmittelvergiftung und einer Schlaftablette ins Koma.

Das höchste Gericht in Nordkorea hatte Warmbier zu 15 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Er hatte eingeräumt, dass er dort ein Propaganda-Transparent als Trophäe für eine Bekannte in der Heimat stehlen wollte. Die nordkoreanische Justiz stufte das als staatsfeindliches Handeln ein.
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Pjöngjang ließ den 22-Jährigen schließlich vergangene Woche aus „humanitären Gründen“ frei. Er traf am Dienstagabend in Ohio per Krankentransport ein. Warmbier lag zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon länger im Koma. US-Ärzte sagten nach einer Untersuchung, der Student habe beachtliche Mengen an Hirngewebe verloren, Muskeln, Arme und Beine seien schwach. Warmbier öffnete zwar seine Augen und blinzelte, ohne jedoch offenbar sein Umfeld wahrzunehmen oder verbale Kontakte zu verstehen.