Nordkorea meldet „erfolgreichen“ Wasserstoffbombentest

Nordkorea hat nach eigenen Angaben erneut eine Wasserstoffbombe gezündet.

– Der Test sei ein „absoluter Erfolg“ gewesen, meldete das nordkoreanische Staatsfernsehen.
– Das Erdbeben, das durch den Atomtest ausgelöst worden ist, war auch in Nordostchina spürbar.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben erneut eine Wasserstoffbombe gezündet. Der Test sei ein „absoluter Erfolg“ gewesen, meldete das nordkoreanische Staatsfernsehen. Radioaktivität sei bei dem von Staatsführer Kim Jong-Un angeordneten Test nicht ausgetreten.

Zuvor hatte die japanische Regierung von einem Nukleartest gesprochen. „Wir bestätigen, dass Nordkorea einen Atomwaffentest ausgeführt hat“, sagte Japans Außenminister Taro Kono am Sonntag in Tokio. Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem inakzeptablen Schritt. Das US-Außenministerium reagierte zunächst nicht.

Erdbebenwarten in den USA, Südkorea und Japan hatten zuvor ungewöhnliche Stoßwellen registriert, die von einer Atomexplosion herrühren könnten. Die Explosion vom Sonntag sei fünf bis sechs Mal stärker gewesen als beim vorangegangenen Atomwaffentest im September 2016, sagte der Direktor der für Erdbebenmessungen zuständigen Meteorologischen Behörde, Lee Mi Sun. Damit handele es sich um den stärksten bislang gemessenen Test.

Der südkoreanische Generalstabschef und die Wetteragentur des Landes erklärten, sie hätten künstlich erzeugte Erdstöße der Stärke 5,7 registriert, zu denen es in Kilju in der nordkoreanischen Provinz Hamgyong gekommen sei. Dem Generalstab zufolge handelte es sich wahrscheinlich um einen Nukleartest. Die US-Erdbebenwache gab die Stärke mit 6,3 an und sprach von einer Explosion.

Südkorea in Alarmbereitschaft

Südkoreas Präsident Moon Jae In berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Der Generalstab erklärte, Seoul werde seine militärische Überwachung und Bereitschaft nun ausbauen.

Wenige Stunden vor dem mutmaßlichen Atomtest hatten nordkoreanische Medien Bilder veröffentlicht, auf denen Staatschef Kim Jong Un bei der Beladung einer Internkontinentalrakete mit einer Wasserstoffbombe zu sehen sein soll. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wurde die Bombe in Nordkorea hergestellt. Die Sprengkraft sei zwischen zehn und Hunderten Kilotonnen variabel einstellbar, hieß es.

Fotos zeigten Kim im Gespräch mit hochrangigen Militärs und beim Betrachten silbernen Gerätes in Form einer überdimensionalen Erdnuss. Dabei soll es sich die thermonukleare Waffe für die Rakete handeln. Davor ist ein Kegel zu sehen, bei dem es sich um eine Raketenspitze handeln könnte. Im Hintergrund eine die Modellzeichnung einer Bombe in einem Raketenkopf zu sehen.

Wasserstoffbomben sind potenziell besonders verheerende Nuklearwaffen, mit denen sich weit stärkere Explosionen erzeugen lassen als mit herkömmlichen Atombomben.