Papst Franziskus besucht erstmals Afrika

Papst Franziskus +++(c) dpa - Bildfunk+++

Papst Franziskus reist erstmals in ein Krisengebiet. Er will in der Zentralafrikanischen Republik zur Versöhnung beitragen. In Kenia wird er vor bis zu 500 000 Menschen eine Messe zelebrieren. Aber auch einen Slum der Hauptstadt Nairobi will der Papst besuchen.

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Papst Franziskus bricht am Mittwoch zu einer sechstägigen Afrika-Reise nach Kenia, Uganda und in den Krisenstaat Zentralafrikanische Republik auf. Während seiner ersten Afrika-Reise wird der 78-Jährige Argentinier vor Hunderttausenden Gläubigen Messen zelebrieren. Höhepunkte des Programms werden auch Begegnungen mit der Jugend sein sowie der Besuch eines Armenviertels von Nairobi und eines Flüchtlingslagers in Bangui. Es ist Franziskus‘ elfte Auslandsreise seit seiner Wahl im Frühjahr 2013.

Schon am Donnerstagmorgen will der Papst in der Hauptstadt Kenias auf dem Gelände der Universität Nairobi eine Messe vor bis zu 500 000 Menschen zelebrieren. Am Nachmittag steht ein Besuch des Papstes am Hauptsitz des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) an. Hier wird er kurz vor Beginn der Klimakonferenz in Paris eine Rede zum Thema Umwelt halten, wie Papst-Sprecher Federico Lombardi in Rom erklärte.

Am Freitag besucht er Nairobis Armenviertel Kangemi, wo rund 100 000 Menschen auf engstem Raum leben. Dann trifft er mit Jugendlichen zusammen. «Das wird ein Moment größter Begeisterung», sagte Lombardi. Einige Jugendliche werden auch von ihrem Problemen berichten. Dabei soll auch der Anschlag auf die Universität im nordkenianischen Garissa eine Rolle spielen. Dabei wurden etwa 150 Menschen getötet, überwiegend Christen.

In Uganda will der Papst am Samstag einen Schrein für ugandische Märtyrer besuchen und eine Messe vor rund 100 000 Gläubigen feiern. Später hört er sich laut Vatikan bei einer Begegnung mit Jugendlichen den Bericht eines früheren Kindersoldaten und auch den einer HIV-positiven Katholikin an.

Mit seinem Besuch im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik will der Papst zur Versöhnung der verfeindeten Gruppen beitragen. Er wird am Samstag ein Flüchtlingslager in der Hauptstadt Bangui besuchen, in dem Christen leben. Der Papst trifft sich auch mit Vertretern der muslimischen Gemeinde. In der Kathedrale von Bangui öffnet er eine Heilige Pforte – als eine Art Vorpremiere des Heiligen Jahres, das im Dezember in Rom eingeläutet wird.

Die Zentralafrikanische Republik, eines der ärmsten Länder der Welt, wird seit 2013 von einem Konflikt erschüttert, bei dem sich muslimische Rebellen und christliche Milizen gegenüberstehen. Tausende wurden getötet, etwa jeder fünfte Bewohner ist vor der Gewalt geflohen. Viele Beobachter waren erstaunt, dass der Papst in das Land reisen will, denn trotz knapp 13 000 Blauhelmsoldaten gilt die Lage als sehr angespannt. Erst im Oktober führte ein kleiner Zwischenfall in Bangui zu einer neuen Gewaltwelle mit 79 Toten.