Pariser Geheimdienst erwartet keine massive Rückkehr von IS-Kämpfern

Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI rechnet derzeit nicht mit einer massiven Rückkehr französischer Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Europa. «Wir stehen nun Kämpfern gegenüber, die ziemlich entschlossen sind, in den Rückzugsgebieten des Islamischen Staats zu bleiben in der Annahme, nach Malaysia, Indonesien oder Afghanistan geschickt zu werden», sagte Behördenchef Laurent Nuñez der Zeitung «Le Figaro». «Das privilegierte Szenario ist derzeit nicht das einer massiven Rückkehr» aus den Kriegsgebieten in Syrien und im Irak.

Die mögliche Rückkehr kampferprobter IS-Anhänger nach den militärischen Rückschlägen für die Terrormiliz bereitet nicht nur Frankreich Sorgen. Die Pariser Behörden gehen davon aus, dass sich noch 686 Männer und Frauen in dem Kriegsgebiet aufhalten, die entweder Franzosen sind oder in der Vergangenheit in Frankreich gelebt haben. Dazu kämen rund 500 Kinder, sagte Nuñez.

Bislang seien 244 Männer und Frauen sowie 58 Kinder aus dem syrisch-irakischen Gebiet nach Frankreich zurückgekehrt. Die Erwachsenen stünden zum Großteil unter Aufsicht der Justiz, alle würden vom Inlandsgeheimdienst überwacht. Zuletzt seien aber weniger Franzosen zurückgekommen – seit Januar seien nur neun Rückkehr-Fälle registriert worden, überwiegend Frauen mit Kindern.

Nuñez sagte anlässlich des zweiten Jahrestags der Pariser Terroranschläge am Montag, dass die Bedrohungslage für Frankreich hoch bleibe.