Prediger gibt Trump Bibelstunden

Der evangelikale US-Prediger Ralph Drollinger hält US-Präsident Donald Trump für einen sensiblen Mann, «der Gott gefallen möchte». Das sagte Drollinger der «Welt am Sonntag» in einem Interview. «Wenn ihm ein guter Prediger mehr über die Bibel beibringen würde, könnte das sicher sein Herz verändern», so der Prediger über Trump.

Drollinger bestätigte der Zeitung, dass er Mitgliedern der US-Regierung seit März Bibelunterricht erteile. An seinen Runden nähmen etwa zwölf Personen teil, darunter Vizepräsident Mike Pence, der CIA-Chef Michael Pompeo, Bildungsministerin Betsy DeVos, Justizminister Jeff Sessions, Landwirtschaftsminister Sonny Perdue, Energieminister Rick Perry und Wohnungsbauminister Ben Carson.

Der Prediger legt die Bibel wörtlich aus. Er glaubt an die Erschaffung der Welt in sechs Tagen, verurteilt Homosexualität als Sünde und befürwortet Todesstrafe und Militärinterventionen.

Er korrespondiere mit Trump über religiöse Fragen, sagte Drollinger weiter. «Ich schicke ihm meine Bibelmeditationen, und er schreibt mir persönliche Anmerkungen dazu. Positive Anmerkungen.» Die Bibel enthalte klare Maßstäbe für Politiker.

Lobbyist wolle er aber nicht sein, so Drollinger. «Ich sage nicht: Putin ist ein Idiot, weil er die Ukraine besetzt hat.
Sondern ich liefere biblische Grundlagen, die den Politikern von selbst klarmachen, was sie von der Ukrainekrise zu halten haben, ohne dass ich Putins Namen auch nur erwähnen muss.»