Royale Weihnachten: Monarchen machen Mut in Krisenzeiten

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Bibelvers und demokratische Grundwerte: In ihren Weihnachtsansprachen verbreiten europäische Monarchen tröstende Worte angesichts von Terror und Kriegen. Die britische Königsfamilie ging wie immer in die Kirche – doch zwei kleine Royals fehlten.

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Nach einem Jahr mit Terroranschlägen und blutigen Konflikten hat die britische Königin Elizabeth II. (89) mit tröstenden Worten aus der Bibel Hoffnung verbreitet. «Es ist wahr, dass die Welt dieses Jahr Momenten der Dunkelheit die Stirn bieten musste», hieß es in der Weihnachtsansprache des Staatsoberhaupts, die am ersten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt wurde. «Aber das Johannes-Evangelium enthält einen sehr hoffnungsvollen Vers, der oft in Weihnachtsgottesdiensten gelesen wird: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“»

Die Queen, die auch das Oberhaupt der Kirche von England ist, wendet sich jedes Jahr mit einer aufgezeichneten Weihnachtsrede an ihr Volk. Die Tradition hat ihr Großvater George V. im Jahr 1932 begründet. In diesem Jahr saß die Königin im weißen Kleid an einem Schreibtisch, auf dem drei Bilder standen: Eines von Enkel William (33) mit Familie, ein Hochzeitsfoto von Thronfolger Charles (67) und Camilla (68) sowie ein Bild der Queen mit ihrem Mann Prinz Philip (94).

«Ich freue mich auf ein geschäftiges Jahr 2016», sagte sie, «obwohl man mich gewarnt hat, dass mir möglicherweise öfter als ein- oder zweimal „Happy Birthday“ vorgesungen wird.» Elizabeth II. wird am 21. April 90 Jahre alt, es sind mehrere große Feiern geplant.

Auch der niederländische König Willem-Alexander ging in seiner Weihnachtssprache vom Freitag auf Terror und Konflikte ein und rief seine Landsleute auf, sich auf Grundwerte freier Gesellschaften zu besinnen. «Bei großen Herausforderungen kommt es darauf an, dass wir zeigen, wofür wir gemeinsam einstehen: für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat», sagte er.

Der König äußerte Verständnis dafür, dass Menschen in unruhigen Zeiten Angst haben. «Wir brauchen unsere Angst nicht zu verstecken oder zu leugnen», sagte er. «Aber wir dürfen auch nicht zulassen, dass sie unser gesellschaftliches Leben beherrscht.»

Wie immer am 25. Dezember ging die britische Königin in die Kirche St. Mary Magdalene auf ihrem Landsitz Sandringham, wo sie die Weihnachtstage verbringt. Schaulustige sahen neben Elizabeth II. auch Prinz Philip, Charles, Camilla, Enkel Harry (31) sowie William mit Kate (33). George (2) und Charlotte (fast 8 Monate) waren zur Enttäuschung der britischen Presse nicht dabei. Die Queen ging zum Gottesdienst in festlichem Rot und mit einem durchsichtigen Regenschirm.

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