Schuldenuhr des Bundes läuft rückwärts – bekommen wir jetzt Geld zurück?

Die schwarze Null, der heilige Gral von Wolfgang Schäubles Finanzpolitik, wird einem Medienbericht zufolge schon bald deutlich sichtbar – an der Schuldenuhr. Sie soll ab 2018 erstmals rückwärts laufen.

Die öffentliche Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler (BdSt) wird nach einem Medienbericht ab Jahresanfang 2018 erstmals in ihrem 22-jährigen Bestehen rückwärts laufen. Auslöser sei der vom Statistischen Bundesamt vermeldete Rückgang der Gesamtverschuldung des Staates im zurückliegenden Jahr um 2,9 Prozent auf noch 1,93 Billionen Euro, sagte der Präsident des Verbandes, Reiner Holznagel, der „Saarbrücker Zeitung“.

Die derzeitige positive Entwicklung bedeute aber keine Entwarnung. „Der Rückgang der Verschuldung ist nicht auf eine aktive Politik zurückzuführen, sondern auf das Wirtschaftswachstum, die Steuermehreinnahmen und niedrige Zinsen“, warnte Holznagel. Im Fall einer Zinswende hätten die Finanzminister von Bund und Ländern ein großes Problem. „Schon jetzt beträgt die Zinslast im Bundeshaushalt jedes Jahr fast 20 Milliarden Euro.“

Schuldenuhr läuft rückwärts: Steuersenkungen?

Vor dem Hintergrund der sprudelnden Steuereinnahmen fordert der BdSt-Chef Steuerentlastungen und den Abbau des Solidaritätszuschlages von der Bundesregierung. Ob es dies aber tatsächlich geben wird, hängt von der Regierungsbildung und den Vereinbarungen zwischen den möglichen Koalitionspartnern ab.

Die Schuldenuhr des Lobbyvereins zeigt neben der Staatsverschuldung in Deutschland auch den sekündlichen Zuwachs (derzeit 58 Euro) und die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung  (zurzeit etwa 24.000 Euro) an. Der Zähler befindet sich an der Zentrale des BdSt in Berlin und ist auch auf dessen Internetpräsenz abrufbar.