Silberpfeile liegen im Monza-Training knapp vor Vettels Ferrari

Ferrari feiert in Monza sein Heimspiel. Aber im Freitagstraining lagen beide Mercedes vor Sebastian Vettel. Der Deutsche hat an diesem Wochenende zwei Ziele: Seinen WM-Vorsprung verteidigen und den Roten einen Sieg auf der Hausstrecke schenken.

„Gentleman, please start your engines!“ Die Formel -1-Saison 2017 läuft – der Nachfolger von Silberpfeil-Pilot Nico Rosberg als Weltmeister wird nach 20 Rennen beim Grand Prix in Abu Dhabi am 26. November gekürt. Die beiden großen auf den Titel heißen Lewis Hamilton im Mercedes und Sebastian Vettel im Ferrari. Keep Racing!

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+++ Die Silberpfeile sind im Freitagstraining am schnellsten im Königlichen Park von Monza +++

Sebastian Vettel hat zum Auftakt seines Ferrari-Heimspiels nur knapp dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas geschlagen geben müssen. Vettel war am Ende des Freitagstrainings nur 0,140 Sekunden langsamer als Spitzenmann Bottas. Der Finne verwies seinen Teamkollegen Hamilton auf den zweiten Platz.

In der ersten 90-minütigen Einheit hatte noch Hamilton vor Bottas die schnellste Runde gedreht. Vettel, der elf Jahre nach Legende Michael Schumacher am Sonntag Ferrari wieder einen deutschen Sieg schenken möchte, war zunächst ebenfalls Dritter geworden.

„Es gibt noch viel zu tun. Es war heute ein bisschen durchwachsen, zum Schluss war ein bisschen viel Verkehr auf der Strecke, deshalb war die Pace nicht ideal auszumachen“, resümierte Vettel. „Wir können uns noch ein bisschen verbessern und müssen am Auto arbeiten.“ Damit meinte Vettel die Balance des Wagens, die Stabilität und das Bremsverhalten. „Wir sind noch nicht da, wo wir sein können.“

Senna VS Schumacher. GP Monza 1991
( McLaren-Honda V12 – Benetton -Ford V8)#F1 @FormulaOneWorld @LegenF1 @Bertieschip #Legendary pic.twitter.com/pNMrcQRKis— Legendary F1 (@LegenF1) 31. August 2017

+++ Hamilton ist in Spa-Francorchamps nicht zu stoppen +++

Lewis Hamilton ist bärenstark aus den Sommerferien der Formel 1 zurückgekehrt. Der britische Mercedes-Pilot dominierte das komplette Wochenende. Am Samstag raste er auf dem Ardennen-Kurs zu seiner 68. Pole-Position und zog mit dem ewigen Rekordhalter Michael Schumacher gleich. Auch das Rennen gewann er durch einen fehlerlosen Auftritt vor seinem WM-Rivalen Sebastian Vettel und verkürzte den Abstand in der Fahrerwertung auf sieben Punkte.

Hinter den beiden fuhr Daniel Ricciardo im Red Bull über die Ziellinie in Belgien. Der Australier nutzte den Restart in Runde 34, um am bis dahin drittplazierten Valtteri Bottas vorbeizuziehen – es war das spektakulärste Manöver an diesem Nachmittag. Auch Kimi Räikkönen zog in diesem Dreikampf an seinem Landsmann Bottas vorbei, der am Ende nur auf einem enttäuschenden fünften Platz landete. Der zweite Red Bull-Pilot Max Verstappen war vorher wegen eines technischen Defekt ausgeschieden – zum sechsten Mal in diesem Jahr.
+++ Vettel geht als Sieger von Ungarn in die Ferien +++

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hat den Großen Preis von Ungarn gewonnen und seine WM-Führung vor der vierwöchigen Formel-1-Sommerpause wieder ausgebaut. Bei seinem zweiten Sieg auf dem Hungaroring und seinem 46. Grand-Prix-Erfolg überhaupt verwies der Heppenheimer trotz massiver Lenkungsprobleme seinen finnischen Teamkollegen Kimi Räikkönen und dessen Landsmann Valtteri Bottas (Mercedes) auf die Plätze. Vettels großer WM-Rivale Lewis Hamilton (England/Mercedes) wurde Vierter, nachdem er Bottas auf der Zielgerade absprachegemäß wieder passieren ließ. Bei Ferrari lief es anders. Es war offensichtlich, dass Kimi Räikkönen dem angeschlagenen Vettel den Rücken frei hielt, um ihm den Sieg zu ermöglichen. Bei den Roten ist Vettel klar die Nummer 1.

Nach elf von 20 WM-Läufen liegt Vettel damit wieder 14 Punkte vor Hamilton. Der hatte den dritten Rang per Teamorder von seinem langsameren Mercedes-Kollegen Valtteri Bottas (Finnland) übernommen, diesen aber wieder zurückgegeben, weil er nicht an den Ferrari vorbeikam.
+++ Daniel Ricciardo macht Red Bull in Budapest wieder Hoffnung +++

Bisher hat Red Bull erst einen Sieg in der aktuellen Saison zu verzeichnen. Bedingt durch zahlreiche Ausfälle fuhr Daniel Ricciardo in Baku in Aserbaidschan als Erster über die Zielinie. Ansonsten war das österreichische Team bislang nicht in der Lage, Ferrari und Mercedes Paroli zu bieten. Nach wie vor hapert es mit der Motorpower. Nur auf kurvigen Strecken wie dem Hungaroring ist der Red Bull mit Renault-Motor konkurrenzfähig.

Der Australier war in beiden Freien Trainings am Freitag schnellster Mann, sein Teamkollege Max Verstappen wurde Vierter und Fünfter. Ricciardo scheint also um den Sieg beim letzten Rennen vor der Sommerpause mitfahren zu können.

In den Kampf um die Führung in der Fahrerwertung wird Ricciardo aber höchtens indirekt eingreifen können. Da führt Vettel noch mit einem Pünktchen vor Lewis Hamilton. Aber nach seinem Sieg in Silverstone ist Hamilton nach einer durchwachsenden ersten Sasionhälfte wieder voll da. Der Silberpfeil ist stabiler. Die Probleme zu Saisonbeginn sind behoben, während Ferrari leicht zurückgefallen ist. Vettel schaffte in den vergangenen vier Rennen nur einen Podiumsplatz (Zweiter in Spielberg). Ferrari sammelte in diesem Zeitraum nur 79 Punkte, Mercedes hingegen 151. Aber die Trainingseindrücke aus Ungarn machen den Roten Mut. Räikkönen und Vettel wurden jeweils Zweiter. Vielleicht geht was.
+++ Comeback von Robert Kubica naht +++

Es wäre eine der schönsten Geschichten, die die Formel 1 seit langem zu erzählen hätte: Eines ihrer größten Talente der vergangenen zwei Jahrzehnte kehrt möglicherweise nach über sechs Jahren zurück in die Königsklasse des Motorsports. Und das nach einem Horrounfall in einem Rallyeauto, bei dem der junge Pilot fast seine rechte Hand und den Unterarm verloren hätte. Eine Leitplanke hatte sich durch seinen Skoda Fabia gebohrt und Arm und Beine aufgeschlitzt. Zahlreiche Knochenbrüche kamen hinzu. Dutzende von Operationen waren nötig, den Fahrer wieder zusammenzuflicken. Doch er kämpfte sich zurück, obwohl sein rechter Arm immer beeinträchtigt bleiben wird. Er begann wieder Rallyes zu fahren – bis sein altes Formel-1-Team Renault anfragte, ober nicht mal wieder einen Fahrversuch in einem älteren Modell wagen wollte.

Noch ist es nicht soweit mit dem Comeback von Robert Kubica, mittlerweile 32 Jahre alt. Doch es spricht viel dafür, dass die Geschichte ein Happy End findet. Es ist kein Geheimnis, dass Renault unzufrieden mit seinem zweiten Piloten ist, dem Briten Joylon Palmer. Bei Kubicas ersten Testfahrten Anfang Juni in einem älteren Renault überzeugte der Pole mit guten Zeiten – und mit viel Biss. „Was ich Ihnen aber sagen kann: Er ist noch immer schnell, noch immer sehr beständig, und was noch wichtiger ist: dass er immer noch diese Energie, diesen Antrieb hat,“ lobte Renault-Teamchef Cyril Abiteboul ihn auffällig wohlwollend.

Jetzt hat Renault angekündigt, dass Kubica, der bislang einzige Pole in einem Formel-1-Cockpit, nach dem Grand Prix in Ungarn auch den aktuellen Rennwagen RS17 bei den offiziellen Testfahrten steuern wird.

Nun wird im Fahrerlager fleißig spekuliert, ob Kubica vielleicht sogar schon nach der Sommerpause Ende August zu Renault zurückkehren wird. Er würde dann Teamkollege von Nico Hülkenberg werden. Allerdings blühen Gerüchte in der Formel 1 immer schnell. So wird ebenfalls darüber spekuliert, dass auch Fernando Alonso oder Carlos Sainz Jr, die in ihren Teams sehr unzufrieden sind, Kandidaten für den Platz an Hülkenbergs Seite sind. So richtig glaubt das aber niemand. Es spricht viel für Kubica, den schnellen Polen.

Kubicas spektakulärer Unfall in Montreal im Jahr 2007, als er in seinem BMW-Sauber mit 300 Stundenkilometer in die Mauer krachte und sich danach mehrmals überschlug. Kubica überstand den spektakulären Crash unverletzt. Ein Jahr später gewann er an gleicher Stelle sein einziges Formel-1-Rennen.