Starkes Erdbeben in der Ägäis löst Tsunami aus

Im Grenzgebiet zwischen Griechenland und der Türkei kommt es zu einem verheerenden Seebeben. Auf der Urlaubsinsel Kos sterben Menschen, Dutzende werden verletzt. Augenzeugen berichten von einem kleinen Tsunami.

Ein Erdbeben hat am späten Donnerstagabend die Ägäis erschüttert. Bei dem Beben, das die Südküste der Türkei und griechische Inseln traf, kamen nach Behördenangaben zwei Menschen ums Leben. Auf Kos erlitten laut dem Bürgermeister der Insel, Giorgos Kyritsis, mehrere Gebäude Schäden.

Nähere Angaben zu den Toten oder Verletzten machte Kyritsis zunächst nicht. Der Erdstoß, der auch die türkische Stadt Bodrum traf, habe eine Stärke von 6,7 gehabt, hatte das US-Institut U.S. Geological Survey (USGS) zuvor mitgeteilt.

Augenzeugen zufolge löste das Seebeben einen kleinen Tsunami aus. Zum Zeitpunkt des Bebens waren die Bars am Hauptplatz von Kos voller Menschen. Das Dach einer Bar sei eingestürzt, sagte der Bürgermeister. Dort sollen auch die zwei Menschen ums Leben gekommen sein.

Hafen durch Tsnuami überschwemmt

Die durch den Tsunami ausgelösten Wellen hätten das Hafenviertel überschwemmt, berichteten Augenzeugen. Die Küstenwache von Kos teilte mit, dass der Hafen der Insel beschädigt wurde und dass eine Fähre, die dort eigentlich anlegen sollte, ihre Route ändern werde. Die Feuerwehr der Insel gab unabhängig davon bekannt, dass drei Menschen aus Geröll gerettet wurden. Das Erdbeben ereignete sich gegen 01.30 Uhr (Ortszeit).

In beiden Ländern kommt es häufiger zu Erdbeben. Nach Angaben des USGS ereignete sich das Erdbeben in einer Tiefe von rund zehn Kilometern, etwa zehn Kilometer südlich von Bodrum und 16 Kilometer von Kos entfernt. Es folgten demnach auch noch zwei Nachbeben.

Die Türkei und Griechenland liegen auf aktiven Bruchlinien. Im Jahr 1999 hatten zwei zerstörerische Erdbeben den Nordwesten der Türkei heimgesucht. Rund 18 000 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.