Sturm fegt über Deutschland: Ausnahmezustand in Berlin, Todesopfer, Bahn-Strecken gesperrt

Für Teile Deutschlands hat der Wetterdienst eine Warnung vor Orkanböen herausgegeben, vereinzelt von bis zu 110 Stundenkilometern. Die Bahn stellte im Norden den Verkehr ein. In Berlin spitzt sich die Lage zu.

Heftige Orkanböen überziehen den Norden und Osten Deutschlands. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für die Zeit von 8 Uhr bis 22 Uhr vor Böen der Stufe drei – es gibt nur eine weitere Stufe.

Sturm Xavier kostete bereits vier Menschen das Leben. In Hamburg fiel ein Baum auf das Auto einer Frau. Sie starb. In Mecklenburg-Vorpommern forderte er ein weiteres Menschenleben. Ein Lastwagenfahrer sei an der Bundesstraße 191 in Neu-Karstädt von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Mindestens zehn weitere Menschen sollen bereits bei dem Unwetter verletzt worden sein. In Brandenburg sind zwei Menschen ums Leben gekommen.

Ein Sprecher sagte, die Hamburger Feuerwehr sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein. Der Bahnverkehr wurde auf vielen Strecken komplett lahmgelegt.

Diese Regionen sind vom Orkan betroffen

Betroffen sind Berlin, Brandenburg, Teile Sachsens, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns sowie Kassel. Die Experten empfehlen, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden, und warnten vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

Auf Twitter teilte die Feuerwehr mit: „Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich.“

Die Berliner Feuerwehr rief am Donnerstag den Ausnahmezustand aus. Innerhalb einer halben Stunde gingen am Nachmittag rund 50 Notrufe ein, teilte die Behörde mit. Nun werde kategorisiert, welche der eingegangenen Notrufe zuerst bearbeitet werden, sagte ein Sprecher. Dabei gelte Menschenleben vor Sachschäden. „Wenn ein Mensch von einem Baum getroffen wird, muss eine Straßenblockierung durch einen abgefallenen Ast erstmal warten.“

Den Ausnahmezustand ruft die Feuerwehr immer dann aus, wenn die Behörde mit den eingehenden Notrufen nicht mehr hinterher kommt. Auch Helfer der freiwilligen Feuerwehr wurde zur Unterstützung angefordert. Laut dem Sprecher sollen rund 400 Kräfte aushelfen.