Syrien-Konflikt: Erst droht Russland den USA – und geht dann noch einen Schritt weiter

Die USA hatten gerade noch über eine Notstandsleitung mit Russland verhandelt, aber ergebnislos. Dann kam der Einsatz des amerikanischen Kampfjets F/A 18 Hornet, der eine syrische Maschine abschoss. Moskau reagiert.

Das syrische Kampfflugzeug vom Typ Su-22 hatte am Sonntag um 6.34 Uhr in der Nähe der IS-Hochburg Rakka Bomben abgeworfen, war dann jedoch plötzlich vom Radar verschwunden. Das syrische Luftwaffenkommando ging zuerst von einem technischen Defekt aus. Die Militärs mussten aber sehr bald feststellen, dass die vermisste Maschine abgeschossen worden war – von den USA. Die Begründung: Der Kampfjet habe die von den Amerikanern unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) angegriffen.

Russland, das auf Seiten des Assad-Regimes kämpft, droht den USA als Reaktion mit Angriffen im syrischen Luftraum. Dort, wo die russische Luftwaffe in Syrien operiere, werde sie Flugzeuge und Drohnen der US-geführten Koalition als potenzielle Ziele ins Visier nehmen, wenn sie westlich des Flusses Euphrat fliegen. Das meldeten russische Nachrichtenagenturen am Montag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Außerdem setze das Ministerium seine Kontakte mit den USA zur Verhinderung von Zwischenfällen im syrischen Luftraum aus. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die USA diese Kommunikationskanäle vor dem Abschuss des syrischen Flugzeuges nicht genutzt hätten. Russland mahnte die USA, die territoriale Integrität Syriens zu respektieren. Unterdessen bestreitet die Militärführung in Damaskus Angriffe auf die Rebellen. Stattdessen habe der Kampfjet Stellungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) attackiert, und angeblich nicht die der SDF.