Trump will keine Einwanderer mehr aus „Dreckslöchern“

US-Präsident Trump vergreift sich oft im Ton. Bei einer Unterredung über die Einwanderungspolitik soll er verächtlich über Menschen aus Haiti und weiteren Staaten gesprochen haben.

US-Präsident Donald Trump hat sich laut der „Washington Post“ bei einer Unterredung mit mehreren Senatoren verächtlich über Einwanderer aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Staaten geäußert. „Warum kommen all diese Leute aus Dreckslöchern zu uns?“, sagte Trump demnach nach Angaben von Insidern („Why are we having all these people from shithole countries come here?“).

Der US-Präsident schlug dann vor, dass mehr Menschen aus Ländern wie Norwegen in die USA kommen sollten.

Bei dem Gespräch über ein neues Migrationsgesetz machte Trump dem Bericht zufolge dann klar, dass er vor allem Menschen aus Haiti nicht im Lande haben wolle. „Warum brauchen wir noch mehr Haitianer?“, sagte Trump demnach.

Die anwesenden Senatoren reagierten der Zeitung zufolge bestürzt auf die Äußerungen des Präsidenten.

Das Weiße Haus dementierte den Bericht nicht. Sprecher Raj Shah verteidigte die Einwanderungspolitik des Präsidenten, ohne direkt auf dessen Bemerkungen einzugehen. „Bestimmte Politiker in Washington haben sich entschieden, sich für andere Länder einzusetzen, aber Präsident Trump wird immer für die Amerikaner kämpfen“, zitierte ihn die „Washington Post“.

Trump hatte sich bereits früher abfällig über Einwanderer geäußert. So hatte er im Dezember gesagt, Einwanderer aus Nigeria würden, wenn sie einmal die USA gesehen hätten, niemals „in ihre Hütten“ in Afrika zurückkehren.

Anlass der aktuellen Besprechung war ein Bericht von Senator Dick Durbin von den Demokraten und dem republikanischen Senator Lindsey Graham über ein neues Migrationsgesetz, das von beiden politischen Lagern ausgearbeitet wurde. Die Senatoren erklärten demnach, wie bestimmte Programme funktionieren, darunter eines zur Aufnahme von Flüchtlingen, deren Heimat von Naturkatastrophen oder inneren Unruhen heimgesucht wurden. Trump will dieses Programm beenden.

So hatte seine Regierung erst vor wenigen Tagen beschlossen, etwa 200.000 Salvadorianern den besonderen Schutzstatus ab September kommenden Jahres zu entziehen. Der Senats indes will das Programm beibehalten und im Gegenzug ein Losverfahren auslaufen lassen, durch das 50.000 Menschen pro Jahr aus Ländern in die USA kommen dürfen, aus denen vergleichsweise wenige Migranten stammen.