USA verkaufen Kampfjets an Katar

US air force staff walks around a fleet of F15 fighter jets at the begining of a day of joint exercises with Romanian air force teams at the Mihail Kogalniceanu air base, 250 kilometers east of Bucharest, Wednesday April 25 2007. Hundreds of U.S. and Romanian pilots and ground staff on Monday began two weeks of joint air exercises near the Black Sea port city of Constanta ahead of the opening of a U.S base in the area. The "Sniper Lance '07." exercise involves about 30 fighter planes MiG-21 Lancer and F15 . (AP Photo/Vadim Ghirda)

Erst vereinbart Donald Trump einen riesigen Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien – und jetzt liefern die USA F-15-Kampfjets an Riads neuen Erzfeind Katar. Der Wert des Geschäfts: zwölf Milliarden Dollar.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Während sich die Krise in dem von seinen Nachbarn isolierten Katar zuspitzt, kauft die Regierung in Doha von den USA 36 Kampfflugzeuge vom Typ F-15.

Verteidigungsminister James Mattis unterzeichnete eine entsprechende Vereinbarung mit seinem katarischen Kollegen Khalid al-Attiyah. Katar zahlt dafür insgesamt 12 Milliarden Dollar.

Der Verkauf war seit Längerem vorbereitet worden. Das Außenministerium in Washington hatte schon im vergangenen November grünes Licht gegeben. Mit dem Geschäft werde die Sicherheitszusammenarbeit zwischen den USA und Katar ausgebaut, teilte das US-Ministerium mit. Der Vollzug kommt nun aber zu einem Zeitpunkt, an dem sich die diplomatischen Spannungen zwischen Katar und anderen arabischen Staaten dramatisch verschärfen.

Der Konflikt brach aus, kurz nachdem US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien mit großem Pomp empfangen worden war – und den Saudis Waffenverkäufe in Höhe von 110 Milliarden Dollar zusicherte. Saudi-Arabien war der große Gewinner von Trumps erster Nahost-Reise.

Anfang Juni hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten dann ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Damit ist das Golf-Emirat, in dem 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden soll, praktisch isoliert. Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den sunnitischen Islamischen Staat (IS) zu unterstützen.

Auch von Deutschland wird Katar immer wieder mit Rüstungsgütern beliefert. In den ersten vier Monaten dieses Jahres hat das Emirat Kriegswaffen wie Kampfpanzer und Panzerhaubitzen im Wert von fast 800 Millionen Euro gekauft.

Uno-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein zeigte sich besorgt über die Krise in dem Land. Die von Saudi-Arabien angeführten Sanktionen gegen das arabische Land seien übermäßig in Umfang und Umsetzung. Er sei alarmiert über die möglichen Folgen für die Menschenrechte in Katar.

Die Maßnahmen von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten hätten „das Potenzial, das Leben von Tausenden Frauen, Kindern und Männern massiv zu stören“. Der Menschenrechtskommissar drängt alle Beteiligten zu einer schnellen Beilegung des Konflikts.