Verwüstung in der Karibik, Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 18

Hurrikan „Irma“, der stärkste in der Region je registrierte Tropensturm, hat auf den Inseln in der Karibik schwerste Schäden angerichtet – mindestens 18 Menschen starben. Jetzt nimmt „Irma“ Kurs auf Florida.

07.25 Uhr: Während der extrem starke Tropensturm „Irma“ noch in der Karibik wütet, bereiten sich die Menschen im US-Bundesstaat Florida auf das Schlimmste vor. Menschen verbarrikadieren ihre Häuser und verlassen zu Tausenden die Küstenregionen, um sich im Landesinneren in Sicherheit zu bringen. Das „Irma“ Florida erreichen wird, gilt mittlerweile als sicher.

Ein Meteorloge des Wetterportals „AccuWeather“ sagte am Donnerstag: „Unglücklicherweise gibt es keinen Weg für die Vereinigten Staaten, eine weitere Wetterkatastrophe zu vermeiden.“ Hurrikan „Irma“ werde der schlimmste Tropensturm in Florida seit dem Hurrikan „Andrew“ im Jahr 1992 werden, ist sich der Experte sicher.  Erwartet wird, dass „Irma“ am heftigsten auf den Ostteil des Bundesstaates treffen wird, darunter auch die Regionen Miami, Palm Beach, Melbourne und Jacksonville.

Mindestens vier Tote durch „Irma“ auf Amerikanischen Jungferninseln

Freitag, 08. September, 06.10. Uhr: Durch den Hurrikan „Irma“ sind mindestens sechs weitere Menschen ums Leben gekommen. Vier Menschen starben auf den Amerikanischen Jungferninseln, wie Behördenvertreter des zu den USA gehörenden Gebiets am Donnerstag (Ortszeit) mitteilten, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Mindestens zwei Todesopfer wurden aus Puerto Rico gemeldet. In dem US-Außengebiet  war mehr als die Hälfte der drei Millionen Einwohner ohne Strom. Damit wurden nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen US-Gebiete von schweren Tropenstürmen getroffen. Ende August hatte der Hurrikan „Harvey“ den US-Bundesstaat Texas getroffen und dort für schwerste Zerstörungen gesorgt.

Angesichts von Überschwemmungen im Zentrum und Norden der Insel mobilisierte der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rossello, die Nationalgarde. Zudem ließ er Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen einrichten.

Zuvor hatte der Wirbelsturm bereits verheerende Zerstörungen auf den Urlaubsinseln Saint-Martin, Saint Barthélemy und Barbuda angerichtet. Im französischen Teil von Saint-Martin wurden vier Tote und rund 50 Verletzte gezählt. In Sint Maarten, dem niederländischen Teil der Insel, wurde ein Mensch getötet, wie die Regierung in Den Haag bekannt gab. Ein Todesopfer gab es auf Barbuda. Damit stieg die Gesamtzahl der Opfer auf mindestens zwölf.

Mit Sorge blickten Hilfsorganisationen auf das bitterarme Haiti. Dort leiden die Menschen noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und Hurrikan „Matthew“ im vergangenen Jahr. Viele Haitianer leben in provisorischen Unterkünften und sind schlecht auf einen neuerlichen Tropensturm vorbereitet. „Mit jeder Naturkatastrophe verschlechtert sich die Lage der Menschen“, sagte Catherine Stubbe von der Hilfsorganisation Handicap International. „Wenn sie sich gerade von einem Unglück erholt haben, kommt das nächste.“

Während die Menschen in der Karibik noch mit den Auswirkungen von Hurrikan „Irma“ zu kämpfen haben, braut sich schon das nächste Unheil zusammen. Hurrikan „Jose“ wurde in der Nacht auf Freitag vom Nationalen Hurrikanzentrum der USA auf Kategorie 3 hochgestuft. Der Wirbelsturm befand sich am späten Donnerstag (Ortszeit) etwa 950 Kilometer östlich der Kleinen Antillen und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern in Richtung Westen beziehungsweise Nordwesten.

Ebenfalls in der Gegend wütet der Tropensturm „Katia“, der derzeit auf Kategorie 1 eingestuft ist. Es wurde erwartet, dass „Katia“ vor Freitag die Küste des mexikanischen Bundesstaates Veracruz erreichen würde.
Kuba bringt Tausende Urlauber vor „Irma“ in Sicherheit

18.21 Uhr: Vor der Ankunft von Hurrikan „Irma“ bringen die kubanische Behörden Tausende Touristen in Sicherheit. Mehr als 36 000 Urlauber werden von der besonders gefährdeten Nordküste an sicherere Orte gebracht, wie am Donnerstag das staatliche Fernsehen berichtete. Die ausländischen Touristen sollen in anderen Hotels untergebracht werden, kubanische Urlauber werden nach Hause geschickt. „Irma“ sollte in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) Kubas Nordküste streifen.