Wenn Bulldogge «Alice Cooper» am Flughafen Urlaub macht

bulldogeDer Urlaub ist genehmigt, der Flug gebucht. Doch wohin mit dem geliebten Vierbeiner? Der Frankfurter Flughafen hat da ein Angebot.

Hunde bellen, stehen auf den Hinterbeinen, schlagen mit den Pfoten gegen die Gitter ihres Zwingers. In der Hundepension am Frankfurter Flughafen riecht es nach Regen und nassem Fell, während nicht weit entfernt die Maschinen über das Rollfeld donnern. Alice Cooper steigt aus seinem Zwinger und schmiegt sich an seine Besitzerin Kerstin Denk. Nun darf der Hund wieder nach Hause.

Die elf Jahre alte französische Bulldogge, benannt nach dem berühmten Rockmusiker, hat eine Woche lang auf 24 Quadratmetern gelebt – in einem umzäunten Ferienappartement für Vierbeiner mit Holzboden, kleiner Hundehütte und Terrasse.

Die Hundepension wurde Ende der 90er Jahre vom Flughafenbetreiber Fraport in Betrieb genommen und beherbergt etwa 600 Hunde pro Jahr. Mit 3500 Quadratmetern ist das Areal etwa so groß wie ein halbes Fußballfeld. Seit etwa fünf Jahren bringen die Denks ihre Dogge hierher, wenn sie in den Urlaub fahren: «Hier wissen wir, dass er in guten Händen ist, und der Hund weiß, dass er wieder abgeholt wird.» In der Hundepension sei immer jemand da, notfalls werde auch ein Tierarzt verständigt. Damit sich Alice Cooper am Flughafen richtig zuhause fühlt, haben die Denks ihm sein gewohntes Futter mitgegeben.

Das machen viele so, sagt Peter Russ. Er ist Diensthundeführer bei Fraport und täglich in der Hundepension. Jeder Hund habe eben seine Bedürfnisse, und die versuche man zu berücksichtigen. «Wenn jemand möchte, dass wir dem Hund Joghurt unter das Essen rühren und ihn anschließend den Becher ausschlecken lassen, machen wir auch das», sagt Russ und lacht.

«Wir sind keine Hundeschule», stellt der Hundeführer aber auch klar. Man erziehe die Tiere hier nicht, sondern halte lediglich Rituale ein. Denn auch Hunde würden erst mal ihre Grenzen austesten und schauen, ob ihnen fremde Menschen erlaubten, was Herrchen oder Frauchen zu Hause verbieten. Damit die Hunde sich bewegen können, gibt es neben den insgesamt etwa 36 Hundeappartements der Pension auch 13 umzäunte Auslaufgehege auf der Wiese.

Hundehalter sollten sich genau darüber informieren, ob in einer Pension genug Freilauf vorhanden ist. «Das reine Spazierenführen an der Leine ohne zusätzlichen Auslauf lehnen wir ab», sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

Nur knapp drei Kilometer ist die Hundepension von Terminal 1 entfernt. «Geschäftsreisende und Flughafenpersonal bringen ihre Hunde auch tageweise vorbei», sagt Diensthundeführer Russ. Für sie gebe es eine Tagespension.

Die Preise für die Einzel-Hundeappartements liegen zwischen 24 und 26 Euro zuzüglich einer Pauschale fürs anschließende Reinemachen. Voraussetzung sei, dass die Hunde gesund und geimpft seien. «Wenn Hunde sensibel wirken, empfehlen wir schon mal einen Schnuppertag», sagt Russ. «Damit sich das Tier an die Umgebung gewöhnen kann und Schnüffel weiß, dass er wieder abgeholt wird.»

Das halten auch Tierschützer für eine gute Idee: Grundsätzlich sei es zwar das Beste, seinen Hund in den Urlaub mitzunehmen, sagt Schmitz. Falls eine lange Flugreise für einen Hund aber zu viel Stress bedeuten würde, könne man ihn auch bei Bekannten unterbringen oder eben in eine Pension geben.