Worum es bei der Debatte über ein „Dönerverbot“ wirklich geht

Ein angeblich drohendes Dönerverbot durch die EU sorgt für große Aufregung. Zwar gibt es Entwarnung, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. In der Branche kursieren bereits Verschwörungstheorien.

Vielen Dönerfans und vermutlich so ziemlich jedem Dönerhersteller in ganz Europa ist bei der frühmorgens verbreiteten Meldung wohl erst einmal übel geworden: Das Europäische Parlament, beziehungsweise die europäischen Grünen und Sozialisten, wollten dem Döner den Garaus machen, so der Tenor eines Berichts der „Bild“-Zeitung. Denn das Europaparlament wolle den Zusatz von möglicherweise gesundheitsschädigendem Phosphat in Tiefkühldönern verbieten. Und ohne Phosphat ließen sich keine Dönerspieße herstellen.

Zwar gab es Stunden später vorerst Entwarnung: Nein, hieß es bei den Grünen, man halte den Verzehr von Döner weder für gefährlich, noch solle irgendjemandem der Verzehr madig gemacht werden. Für die Sozialdemokraten meldete sich die Abgeordnete Susanne Melior und versicherte, gegenwärtig ändere sich an der Rechtslage nichts: „Dönerspieße können wie bisher produziert und verkauft werden.“

Das Europaparlament wolle lediglich eine Sicherheitsüberprüfung abwarten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit prüfe derzeit die Sicherheit von phosphathaltigen Zusatzstoffen. Bis Ende 2018 sollen Ergebnisse vorliegen. Erst dann wollten Grünen und Sozialdemokraten eine Entscheidung fällen.
Rechtlich unklare Lage bei Phosphat

Doch da war der Schaden längst angerichtet. In den sozialen Medien hatte die Aussicht auf ein drohendes Dönerverbot durch Brüssel hohe Wellen geschlagen, die Fleischproduzenten gingen bereits auf die Barrikaden. Und das Gerücht machte die Runde, ein paar überkorrekte EU-Abgeordnete würden ohne Not 110.000 Jobs in der Döner-Branche killen.