Zehntausende bei Demonstration für Homosexuellen-Rechte in Taiwan

Mehr als 80 000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter an der Gay-Pride Parade in Taiwan teilgenommen und dabei die Einführung der Homo-Ehe gefordert. Trotz des schlechten Wetters marschierten am Samstag Aktivisten aus aller Welt, begleitet von mehreren Delegationen diplomatischer Vertretungen, in der Hauptstadt Taipeh zum Präsidentenpalast und verlangten eine rechtliche Gleichstellung.

Taiwan gilt in diesem Bereich als eines der liberalsten Länder in Asien, gleichgeschlechtliche Paare haben dennoch nur sehr eingeschränkte Rechte.

Trotz aller Gesetze sei die Diskriminierung schwuler, lesbischer, trans- oder bisexueller Menschen in Taiwan immer noch weit verbreitet, sagte Aktivisten-Sprecher Hsiao Pai.

Regierungschefin Tsai Ing-wen hatte sich mehrmals für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften ausgesprochen. Vor wenigen Tagen brachte die regierende DPP einen entsprechenden Gesetzesentwurf ein. Taiwan wäre damit das erste Land Asiens, das die Homo-Ehe erlaube, sagte Hsiao Pao.